Während der siebentägigen Rundreise durch Nordindien boten die langen Fahrten zwischen den Städten Rajasthans reichlich Gelegenheit für Gespräche mit meinem Reiseleiter Harendra. Er gestand mir, dass es seine erste Begleitung eines Individualreisenden sei und er im Vorfeld Sorge gehabt habe, meinen Erwartungen nicht gerecht zu werden. Kollegen hätten ihm erzählt, insbesondere deutsche Touristen seien oft sehr anspruchsvoll. Umso überraschter war er, dass ich – wie er sagte – „ganz anders“ sei, als er es befürchtet hatte.
Mit der Zeit wurden unsere Gespräche persönlicher. Die vielen gemeinsamen Stunden im Auto schufen eine gewisse Vertrautheit, die es mir am letzten Tag ermöglichte, ein heikles Thema anzusprechen: die Frage nach sexueller Gewalt in Indien.
Auslöser dafür war eine kleine, zunächst unscheinbare Beobachtung: Während einer Fahrt hatte ich am Dachhimmel unseres Fahrzeugs mehrere Stecknadeln entdeckt und mich gefragt, wer sie dort angebracht haben könnte – und aus welchem Grund.
Diese Entdeckung erinnerte mich an Berichte aus Ägypten, wonach junge Frauen häufig zusätzliche Stecknadeln in ihrem Hijab verstecken, um sich im Notfall gegen Übergriffe zur Wehr setzen zu können – etwa in überfüllten Verkehrsmitteln oder Taxis.
In diesem Zusammenhang musste ich auch an den ägyptischen FilmCairo 678denken, der eindrücklich schildert, wie drei Frauen aus unterschiedlichen sozialen Schichten mit alltäglicher sexueller Belästigung umgehen und schließlich gemeinsam Wege finden, sich dagegen zu wehren. Das Thema ist in vielen Gesellschaften präsent – und wird dennoch oft aus Scham oder Angst verschwiegen.
Vor diesem Hintergrund fragte ich Harendra, ob die Berichte westlicher Medien über häufige Vergewaltigungen in Indien seiner Erfahrung nach zuträfen. Er antwortete ruhig und ohne Ausweichen, dass es sich tatsächlich um ein ernstzunehmendes Problem handle – keineswegs ein neues, sondern eines, das schon lange existiere. Es betreffe sowohl ländliche Regionen als auch Großstädte.
Gleichzeitig, so erklärte er, habe sich in den letzten Jahren etwas verändert: Das Bewusstsein in der Gesellschaft wachse. Immer mehr Frauen und Familien fänden den Mut, Übergriffe nicht länger zu verschweigen, sondern Anzeige zu erstatten. Was früher oft aus Angst vor sozialer Ächtung im Verborgenen blieb, werde heute häufiger öffentlich gemacht – ein schwieriger, aber wichtiger Schritt.
Nach diesem nachdenklichen Gespräch blieb mir das Thema noch eine Weile im Kopf. Es war eines jener Gespräche, die eine Reise über das reine Besichtigen hinaus vertiefen – weil sie Einblicke in gesellschaftliche Realitäten geben, die man als Außenstehende sonst kaum erfassen würde.
Umso willkommener war später der Vorschlag von Harendra, den letzten Abend in einer etwas unbeschwerteren Atmosphäre ausklingen zu lassen. Er empfahl mir einen Besuch im Chokhi Dhani Village, einer weitläufigen Anlage am Stadtrand von Jaipur, die einen Einblick in das traditionelle Dorfleben Rajasthans vermitteln soll.
Choki Dhani Village
Den Abschluss bildete ein traditionelles Abendessen, serviert auf großen Metallplatten, bei dem verschiedene regionale Spezialitäten gereicht wurden. In geselliger Runde, umgeben von Stimmengewirr und Musik, klang der Tag schließlich aus – ein ruhiger Gegenpol zu den ernsteren Gedanken des Nachmittags und zugleich ein weiteres Beispiel für die Vielschichtigkeit dieses Landes.
Es ließ sich nicht ganz ausblenden, dass dieses „Dorf“ in erster Linie für Besucher inszeniert ist. Tradition wird hier bewahrt, aber auch bewusst dargestellt, fast wie auf einer Bühne. Vielleicht liegt gerade darin die Ambivalenz solcher Orte: Sie machen Kultur sichtbar und zugänglich – und formen sie zugleich zu einem Erlebnis, das den Erwartungen der Gäste entspricht. Dazu gehörte auch die Darbietung des Kalbeliya Tanzes, ´bei dem die fließenden Bewegung der Tänzerinnen an die von Schlangen erinnerte.
Das Kernland des Mogulreiches lag in der nordindischen Indus-Ganges-Ebene um die Städte, Delhi, Agra und Lahore. Auf dem Höhepunkt seiner Macht am Ende des 17. Jahrhunderts umfasste das Mogulreich fast den gesamten Subkontinent und Teile des heutigen Afghanistans.
Am heutigen Tag stand die Besichtigung von Fatehpur Sikri auf dem Plan. Sikri wurde von Babur, dem ersten Großmogul von Indien, entdeckt. Babur, ein aus Zentralasien stammender Fürst der Timuriden-Dynastie, gab dem Dorf anscheinend den Titel “Shukri” was in der persischen Sprache bedeutet ” der dankbar war”.
Baburs Enkel, Akbar I, gilt als bedeutendster Mogulherrscher, der das Reich militärisch, politisch und wirtschaftlich festigte. Sein Ziel war es, diese Stadt als Hauptstadt zu nutzen, aber vermut-lich verliess er Fatehpur Sikri ( Stadt des Sieges) mit seinem Hofstaat wegen unzureichender Wasserversorgung und ging nach knapp 10 Jahren nach Lahore.
Akbar I. regierte von 1556 – 1605 und erlangte Ruhm als hervorragender Diplomat und Militär-stratege, indem er seine neu gewonnenen Gebiete durch eine Politik religiöser Toleranz im Dialog mit Vertretern der wichtigsten Glaubensrichtungen stärkte.
Säule in der privaten Audienzhalle Jodha Bai PalastDiwan-i-Khas – orivate Audienzhalle offener Hindutempel im Jodha Bai Palast
Der Jodha Bai Palast ist der größte Palastkomplex innerhalb des Frauenbereiches, dem Zenana, von Großmogul Akbar für seine bevorzugte Gemahlin, Jodha Bai errichtet wurde.
Als erster Mogulherrscher heiratete er eine hinduistische Rajputen Prinzessin aus Amber, nämlich jene Jodha Bhai auch bekannt als Mariam-uz-Zamani und schaffte die allen Nicht-Muslimen auferlegten Sondersteuern ab.
Indem er, oft durch Eheschließungen, die Loyalität lokaler Fürsten gewann, gelang es ihm, ein effizientes Steuersystem einzuführen, welches ihm schließlich ermöglichte, die Bauten in Fatehpur Sikri zu finanzieren.
Das Mogulreich bestand von 1526 bis 1858 auf dem indischen Subkontinent. Sein Kerngebiet lag in der nordindischen Indus-Ganges-Ebene und umfasste unter anderem die Städte Delhi, Agra und Lahore sowie Teile des heutigen Afghanistan. Gegründet wurde das Reich von Babur nach seinem Sieg in der Erste Schlacht von Panipat. Unter Herrschern wie Akbar, Jahangir und Shah Jahan erreichte das Reich im 16. und 17. Jahrhundert seine größte Ausdehnung und politische Stabilität. In dieser Zeit entstanden zahlreiche bedeutende Bauwerke, darunter auch das Taj Mahal. Im 18. Jahrhundert begann der politische Niedergang, bevor das Reich 1858 unter britischer Herrschaft endgültig aufgelöst wurde.
GlanzundGrößedesMogulreichs
Shah Jahan ist der 5. Mogulkaiser nach Bâbur (1), Humâyûn (2), Akbar (3) und Jahângîr (4), seinem Vater. Seine Mutter war Prinzessin Nûr Jahân, eine kluge, gebildete Frau persischer Herkunft, die in den letzten Jahren der Regierungszeit von Jahângîr die Macht über ihren Ehemann und den Thron übernommen hatte, als dieser der Opiumsucht und dem Alkohol verfallen war.
Schon in jungen Jahren widmete sich der halbwüchsige Prinz Khurram, Shah Jahans früherer Name, einer Vielzahl von Disziplinen und spezialisierte sich insbesondere auf die Kampfkunst. Aber auch für Architektur zeigte er ein ausserordentliches Interesse und so entwickelte sich unter seiner Schirmherrschaft ein ganz besonderer indischer Baustil, dessen Krönung das prächtige Mausoleum in Agra, das Taj Mahal war.
Weitere Wahrzeichen dieses Baustils sind mehrere Moscheen wie die Freitagsmoschee in Agra und in Delhi, sowie die Perlmoschee und der riesige Festungspalast , das Rote Fort in seiner zweiten Hauptstadt, Delhi.
Lahori Gate / Fort DelhiMoti Moschee im Roten Fort Rotes Fort in Delhi – Regierungssitz von Shah Jahan
Im Alter von 25 Jahren übernahm der Prinz die Führung einer strategisch wichtigen Armee und eroberte den südlicher Teil des indischen Subkontinents. Dies war ein Sieg, der es seinem Vater, Shah Jahangir, ermöglichte, das Territorium an der südlichen Grenze des Reiches zu erweitern. Sein Vater belohnte ihn mit dem Titel “Bahadur Shah Jahan”, was zeigen sollte, dass er ihn als Favorit für den Thron vorgesehen hatte. (Schāh-i Dschahān (persisch ‚König der Welt‘).
Shah Jahan besaß die königliche Schatzkammer und unzählige Edelsteine, unter anderem den Koh-I- Noor, einen 110 karätigen Diamanten, der als einer der größten Diamanten der Welt gilt und heute zu den Kronjuwelen des britischen Königshauses zählt. Der Reichtum war zu Zeiten der Herrschaft Shah Jahans unermesslich groß und machte rund 23% des weltweiten BIP aus. 1648 verlegte er aus strategischen Gründen seine Hauptstadt von Agra nach Delhi und gründete dort die neue Stadt Shāhjahānābād , das heutige Alt-Delhi.
Er war im Großen und Ganzen ein toleranter und aufgeklärter Herrscher, der Gelehrte und Dichter des Sanskrit und Hindi sowie des Persischen besonders förderte. Er systematisierte die Verwaltung, erhöhte aber gleichzeitig den Anspruch der Regierung an den Erträgen des Bodens und vermehrte auf diese Weise seinen ohnehin schon unermesslichen Reichtum. Er liebte Pomp und Pracht, beauftragte den Bau des berühmten Pfauenthrons und errichtete viele elegante Gebäude, wozu auch das Taj Mahal , das Grab für seine Königin Mumtāz Maḥal gehörte.
Symbol der ewigen Liebe
Das Taj Mahal steht beispielhaft für den größten Liebesbeweis eines Mannes, der dafür sorgte, dass die Erinnerung an seine große Liebe niemals verblasste. Im Alter von 14 Jahren lernte er Arjumand Bano Begum (Nichte von Nur Jahan) kennen und verliebte sich unsterblich in sie, aber erst fünf Jahre später konnte er sie ehelichen. Sie war eine muslimisch-persische Prinzessin und er der Sohn des Mogulkaisers Jahangir und Enkel von Großmogul Akbar .
Mumtaz Mahal, was in Urdu “Exzellenz des Palastes” bedeutet, war Shah Jahans zweite Frau und starb bei der Geburt ihres 14. Kindes, als sie Shah Jahan auf einem Kriegszug im Dekkan begleitete.
Taj Mahal Mausoleum
Das Taj Mahal in Agra wirkt auf den ersten Blick fast unwirklich – weniger wegen übertriebener Pracht, sondern wegen seiner klaren, ausgewogenen Gestaltung. Das weiße Marmorgebäude steht leicht erhöht am Ufer des Yamuna-Flusses und wird von vier schlanken Minaretten eingerahmt.
Die Anlage ist symmetrisch angelegt, mit einem langen Wasserbecken im Garten, das die Kuppel spiegelt. Wenn man sich dem Bauwerk nähert, fallen die feinen Details auf – eingelassene Edelsteine, florale Muster und präzise Kalligrafie.
Shah Jahan war beseelt von dem Gedanken, König Salomon nachzueifern, der in den heiligen Schriften des Islam und des Judentums als einer der weisesten Könige aller Zeiten erwähnt wird. Menschen kamen aus fernen Ländern, um seinen weisen Predigten und Urteilen zu lauschen.
Mit großer Weisheit geht großer Wohlstand einher – das ist die Lehre aus König Salomos Leben. Doch Weisheit war nicht das, was Shah Jahan wollte. Vielmehr versuchte Shah Jahan, sich selbst als einen König neu zu erfinden, der reicher war als Salomo. Er wollte der Mogulkaiser sein, der seinem Reich Wohlstand brachte. Bevor er zu regieren begann, bemühte er sich, sich nach dem Vorbild König Salomos zu formen.
Unter seiner Herrnschaft erreichte das Mogulreich den Höhepunkt seiner kulturellen Pracht. Am Ende des 17. Jahrhunderts, umfasste das Mogulreich fast den gesamten Subkontinent und Teile des heutigen Afghanistans. Shah Jahān starb am 1. Februar 1666 als Gefangener seines eigenen Sohnes Aurangzeb, der sich nach einem längeren Bruderstreit um die Erbfolge 1658 zum Kaiser ernannte.
Grandiose Architektur und Zeitgeschichte in Nordindien
09.April 2014
Nach einem typisch indischen Frühstück ,Masala Omelett und leckerem indischen Chai war ich bereit für die Fahrt nach Agra. Harenda, mein Reisebegleiter und der Fahrer Karam standen schon an der Rezeption und gaben mir zu verstehen, dass wir uns auf den Weg machen sollten, denn es waren gut 200 Kilometer bis zu unserem nächsten Ziel, Agra. In etwas mehr als vier Stunden erreichten wir dank dem größten-teils gut ausgebauten Yamuna Expressway das Hotel am frühen Nachmittag.
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Ich erledigte schnell den Check-In im Grand Imperial Hotel, einem imposanten Hotel mitten in Agra gelegen, denn Harendra hatte vor, mit mir einige der Sehenswürdigkeiten in Agra zu erkunden.
Agra, eine faszinierende Stadt im Herzen Indiens, ist weltberühmt für das atemberaubend schöne Taj Mahal . das als eines von sieben Weltwunder gesehen wird. Neben diesem architektonischen Meisterwerk hat Agra eine reiche Geschichte anzubieten, die sich in den prächtigen Mughal-Palästen widerspiegelt und einen Einblick gewährt in die indische Kultur und Tradition.
Rotes Fort Agra Als erstes besichtigte ich das Rote Fort in Agra, das am Ufer des Yamuna liegt. Die Anlage ist ein bedeutendes Beispiel für die Architektur der Moguln. Die Festungsmauern aus rotem Sandstein erstrecken sich über etwa 2,5 Kilometer und umschließen einen weitläufigen Komplex mit Palästen, Gärten und Moscheen. Der Zugang erfolgt unter anderem durch das Lahori-Tor, einen der Hauptzugänge zur Anlage.
Amar Singh Tor
Elefantentor Rotes Fort
Delhi Gate – Rotes Fort Agrar
Jahangiri Palast, Rotes Fort in Agra
Blick auf das Taj Mahal vom Roten Fort -Agra
Khas Mahal im Roten Fort
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Das Fort, auch bekannt als Lal Qila, war eine der wichtigsten und sichersten Hochburgen der Moguln. Als Förderer von Kunst und Architektur lud der Großmogul Akbar Handwerker aus Gujarat und Bengalen ein, um dieses riesige Projekt durchzuführen. Knapp 3000 Arbeiter, Steinmetze und Bauherren arbeiteten 8 Jahre lang an der Erbauung von Moscheen, Palästen und Wohnräumen , Pavillons, Gärten und Hammams.
Jeder Winkel erzählt eine Geschichte – vom kunstvoll verzierten Diwan-i-Aam, wo öffentliche Audienzen abgehalten wurden, bis hin zu den eleganten Privatgemächern von Shah Jahan. Das Zusammenspiel von persischem, timuridischem und indischem Design schafft eine einzigartige, königliche Atmosphäre, die alle in ihren Bann zieht, die durch die Innenhöfe schlendern. Wenn die Sonne hinter den hoch aufragenden Festungsmauern untergeht, erinnert die majestätische Silhouette des Roten Forts an Indiens glorreiche Vergangenheit und sein beständiges kulturelles Erbe.
Itimad-ud-Daulah Mausoleum
Die Grabstätte gilt als eines der elegantesten Bauwerke der Mogulzeit und wird oft liebevoll als „Baby Taj“ und zu Recht auch als “Marmorkiste mit Juwelen” bezeichnet. Das Mausoleum ist nicht nur ein beeindruckendes architektonisches Meisterwerk, sondern auch ein Symbol für den Beginn der klassischen Mughal-Architektur, die ihren Höhepunkt im Taj Mahal fand.
Errichtet wurde es zwischen 1622 und 1628 von Nur Jahan für ihren Vater Mirza Ghiyas Beg, der als hoher Beamter am Hof des Mogulkaisers Jahangir diente und den Ehrentitel „Itimad-ud-Daulah“ („Stütze des Staates“) trug.
Nur Jahan, ihr ursprünglicher Name war Mehr un Nissa, war in Afghanistan in eine aus Persien stammende Adelsfamilie geboren und vom Großmogul Jahangir geehelicht worden. Nur Jahan, was “Licht der Welt” bedeutet, war die Lieblingsfrau des Großmogul. Sie hielt eine besondere Stellung inne im Palast unter den anderen Ehefrauen von Jahangir und übernahm weitestgehend die Regierungsgeschäfte von Jahangir wegen dessen Drogen-und Alkoholabhängigkeit.
Jahangir, der 4. Großmogul, war als ältester überlebender Sohn Akbars bereits in jungen Jahren für die Thronnachfolge ausgebildet worden und hatte in frühen Jahren gegen seinen Vater, der über den Alkohol- und Opiumkonsum seines Sohnes nicht erfreut war, revoltiert, allerdings noch ohne Erfolg. Als sich die Beziehungen zwischen ihm und seinem Vater zusehend verschlechterten, soll er ihn, so vermuten einige Historiker, letztendlich vergiftet haben.
Der Zugang zum Grabkomplex erfolgt durch ein Tor aus rotem Sandstein. Zu diesem ummauerten Komplex führen vier Sandsteintore, jeweils eines in der Mitte jeder Mauer. Jede Mauer ist mit Intarsien verziert, wobei das Haupttor und das zur Yamuna hin gelegene Tor die aufwendigsten Verzierungen aufweisen
Die Innenwände des Itimad-ud-Daulah Mausoleum schmücken Intarsien und Malereien, die zu den frühesten Beispielen der später am Taj Mahal perfektionierten Dekorationstechnik zählen.
Auffällig sind die fein gearbeiteten Einlegearbeiten aus verschiedenfarbigen Steinen, die florale Motive, Vasen und stilisierte Pflanzen darstellen. Diese sogenannten Pietra-dura-Intarsien sind präzise in den hellen Marmor eingelassen und erzeugen durch ihre Detailgenauigkeit eine fast malerische Wirkung.
Umgeben ist das Mausoleum von einem symmetrischen Garten im persischen Charbagh-Stil, der die Vorstellung eines paradiesischen Gartens widerspiegelt.
Der Begriff „Charbagh“ bedeutet wörtlich „vier Gärten“ und bezieht sich auf das charakteristische Design, bei dem der Garten in vier gleichmäßige Teile (Quadranten) unterteilt wird. Diese Aufteilung symbolisiert das Paradies, das in der islamischen Kultur als ein Garten voller Leben und Fruchtbarkeit dargestellt wird.
Die Reiseagentur hatte sorgfältigst ein Besichtigungsprogramm ausgewählt, das die wichtigsten Monumente in Delhi, Agra und Jaipur umfasste.
Pünktlich um 8:30 Uhr holte mich der Reiseleiter vom Hotel ab und wir begannen die Stadtbesichtigung durch Alt-Delhi. Erster Halt war das Raj Ghat Memorial, das dem Vater der Nation, Mahatma Gandhi, gewidmet ist. Sie liegt in der Nähe des Yamuna-Flusses- es ist der Ort, an dem Gandhi im Januar 1948 eingeäschert wurde.
Die Schlichtheit des Denkmals, eine schwarze Marmorplatte, auf welcher eine ewige Flamme brennt, soll die Einfachheit des Lebens von Mahatma widerspiegeln, der gegen eine Teilung Indiens gekämpft und sich für ein Miteinander aller Religionen eingesetzt hatte.
Weil er sich auch für die Rechte der Muslime stark machte, wurde er von militanten Hindus als Verräter bezeichnet und am 30. Januar 1948 von einem fanatischen Hindu erschossen.
Mit einer Fahrradrikscha ging es weiter zur Jama Masjid, der Freitagsmoschee, die sich in der Nähe des Chandni Chowk befindet, einer lebhaften Gegend in Alt-Delhi. Die Moschee aus weißem Marmor und rotem Sandstein wurde zwischen 1644 und 1658 von Shah Jahan, dem 5.ten Mogulkaiser, gebaut und ist die größte Moschee Indiens.
Der riesige Innenhof der Moschee bietet Platz für bis zu 25.ooo Besucher. Die Fassade ist zum Teil mit weißem Marmor verkleidet, in welchem persische Inschriften eingelassen sind. Ebenso bestehen die 3 Zwiebelkuppeln aus weissem Marmor mit schwarzen senkrecht eingelassenen Marmorstreifen.
Innenhof der Freitagsmoschee in Delhi
Indien´s grösste Moschee
Humayoun Mausoleum
Als nächstes war der Besuch des Humayoun Mausoleum Komplexes angesagt, einer interessanten Kombination aus persischer, türkischer und indischer Architektur.
Humayun ´s Grabstätte wird als “Schlafsaal der Moguln” bezeichnet, da in den Zellen über 150 Mitglieder der Mogulfamilie begraben sind.
Das 10 Hektar große Grundstück, auf dem das Gebäude steht, ist eines der ersten, das auf der Grundlage der Beschreibung eines islamischen Char Bagh („Paradiesgarten“) angelegt wurde. Der Garten ist über Dammwege und Wasserkanäle in vier große Plätze unterteilt. Jedes der vier Quadrate ist in gleicher Weise weiter unterteilt, so dass das Ganze in 36 kleinere Quadrate unterteilt ist. Das Grab nimmt die vier zentralen Plätze ein.
Der persische Einfluss ist in den gewölbten Nischen, in den Korridoren und in der hohen Doppelkuppel zu sehen, während die indischen Traditionen die Schaffung der Kioske (eine Art Pavillion) inspiriert haben, die ihm aus der Ferne einen pyramidenförmigen Umriss verleihen.
Humāyūns Grab wurde 1569 nach dem Tod des Mogulkaisers Humāyūn im Jahr 1556 von seiner persischen Königin Ḥamīdah Bānū Begam in Auftrag gegeben. Die Anlage ist das erste Gartengrabmal auf dem indischen Subkontinent und gilt als Vorläufer des Taj Mahal.
Qutb Minar Komplex
Nur 15 km entfernt von Delhi liegt der Qutb-Minar-Komplex, ein weiteres Beispiel für die grossartige architektonische Leistung aus der Zeit der Mogulherrschaft.
i Alle Bauten in dieser Anlage stammen aus der Anfangszeit der muslimischen Herrschaft über Indien und sind sehr gute Beispiele u.a. für afghanischer Architektur. Die Quwwat-Ul-Islam-Moschee, von der jetzt nur noch Reste zu sehen sind, wurde aus noch vorhandenen Ruinen von mehr als zwanzig Jain-Tempeln gebaut, die dort vorher standen.
Qutb Minar Turm
Kreuzgang in der Quwwat-ul-Islam Moschee
Fenster im Jali Stil
Kalligraphische Inschriften - Verse aus dem Koran
Geometrische Muster und kalligraphische Inschriften (Koranverse und Lobpreisungen) verzieren das Äußere des 72,5 m hohen Turmes, der mit einem Durchmesser von 14,32 m an der Basis und ca. 2,75 m an der Spitze schon von weitem zu sehen ist. Früher konnten einige der Balkone, von denen aus zum Gebet gerufen wurde, über eine Wendeltreppe erreicht werden. Aus Sicherheits-gründen ist dies jedoch seit vielen Jahren nicht mehr möglich.
Der Qutab Minar selbst ist eine Siegessäule, mit deren Bau sofort nach Unterwerfung des letzten Hindu-Königreiches von Delhi im Jahr 1193 begonnen wurde. Stolz ragt dieser Turm aus rotem Sandstein in die Höhe, mit weissem Marmor verkleidet und mit aufwendigen Schnitzereien und Inschriften versehen, symbolisiert er die zahlreichen Eroberungen und die Gründung des Sultanats von Delhi
Wie alle Minarette bot der Qutb Minar hohe Turm mehrere Plattformen für Gebetsrufe durch den Muezzin. Der Turm symbolisierte den Sieg und repräsentierte die Macht der neuen Dynastie – einer Sklavendynastie.
Sie wurde begründet durch Qutb-ud-Din-Aibak, einem Sklaven aus Turkistan, der im Dienste von Mohammed von Ghur (Eroberer der nordindischen Ebene) stand und wesentlichen Anteil an der Eroberung Nordindiens hatte.
Geschichte der Sklavendynastie (1206 – 1290)
Mohammed von Ghur, persischer Herkunft, auch als Shihāb al-Dīn Muḥammad Ghūrī bekannt, eroberte die nordindischen Ebene; er war einer der Begründer der muslimischen Herrschaft in Indien. Zusammen mit seinem älteren Bruder Ghiyath al-Din Muhammad (ca. 1139-1202 n. Chr.) regierte er ein weites Gebiet, das Teile des heutigen Afghanistan, Pakistan, Indien, Iran, Bangladesch, Turkmenistan und Tadschikistan umfasste (Ghuridenreich).
1206 wurdeQutb-ud-Din-Aibak, in jungen Jahren als Sklave verkauft und gelangte in den Besitz von Mohammed von Ghur. Dieser nahm ihn als Schutzbefohlenen bei sich auf und ernannte ihn zum Stallmeister. Mohammed, der kinderlos geblieben war, berief ihn später zu seinem Stellvertreter . Nach der Ermordung von Mohammed von Ghur löste sich Qutb-ud-Din-Aibak zusammen mit anderen Heerführern von den Ghuriden (iranische Dynastie in der Region Ghur/Afghanistan) und legte den Grundstein für das spätere Sultanat von Delhi.
Gurudwara Bangla Sahib Tempel
Nach der Besichtigung des Qutb Minars ging es weiter zu einem schönen Sikh Tempel, demGurudwara Bangla Sahib, der für jeden Besucher, gleich welcher Religionszugehörigkeit, offensteht.
Die Sikh-Religion ist eine im 15. Jahrhundert n. Chr. entstandene monotheistische Religion, die ca. 25 Millionen Anhänger hat. Der Gurudwara Bangla Sahib ist einer der bedeutendsten Sikh-Tempel in Neu-Delhi. Er wurde an der Stelle eines ehemaligen Palastes aus dem 17. Jahrhundert errichtet und ist eng mit dem achten Sikh-Guru, Har Krishan, verbunden. Charakteristisch sind seine goldene Kuppel und der heilige Wasserteich (Sarovar), der als spirituell bedeutsam gilt.
Der Tempel ist für alle Menschen offen und bekannt für seine kostenlose Gemeinschaftsküche („Langar“), in der täglich tausende Besucher unabhängig von Religion oder Herkunft versorgt werden Die Großküche bietet kostenlos Essen an, dass von freiwilligen Helfern aus der Sikh-Gemeinde gespendet und täglich frisch zubereitet wird.
Gurudwara Bangla Sahib Küche des TempelsDal und ChapatiSikh Tempel Gurudwara Bangla Sahi in Delhi
Ein langer Tag ging zu Ende – ich war überwältigt von den vielen neuen Eindrücken, Informationen und und historischen Hintergründen, die ich nun versuchte, einzuordnen. Ich bekam eine Vorahnung, dass der nächste Tag noch viel mehr Interessantes zu bieten haben wird … eine Reise in die Zeit der Mogulherrschaft über Indien.
Unser heutiges Ziel war Jaipur, eine Stadt inmitten dem Bundesstaat Rajasthan, das nur knapp 5 Stunden westlich von Agra liegt. Dörfer und gutbestellte Felder säumten den ganzen Weg nach Jaipur entlang der Autobahn, streckenweise unterbrochen von unzähligen Ziegelfabriken sowie vereinzelt stehenden Bauernhöfen.
Ich war im Lemon Tree Hotel untergebracht, einem 4 Sterne Hotel unweit vom Naharghar Fort, dessen Besichtigung neben dem Amber Fort, Jantar Manta und Stadtpalast sowie dem Palast der Winde für den nächsten Tag auf dem Plan stand.
Der indische Bundesstaat Rajasthan ist berühmt für seine Festungen und Paläste und entstand durch die Vereinigung vieler Fürstenstaaten, die hauptsächlich von Rajputen,einem kriegerischen Stamm aus der Kaste der kshatriya, regiert wurden.
Nahargarh Fortund Amber Fort
Das auf einem Felsrücken errichtete Nahargarh Fort diente als eine Art Wachturm für Jaipur und bildete zusammen mit den beiden anderen Forts , dem Amber Fort und Jaigarh Fort, eine starke Verteidigung für die Stadt Jaipur. Dieses Fort wurde 1734 von Maharaja Sawai Jai Singh II erbaut und hieß ursprünglich Sudarshangarh Fort. Später erhielt es den Namen, Nahargarh, was “Wohnsitz der Tiger” bedeutet.
Sicht auf Jaipur
Nahargarg Fort
Nahargarh Fort, Jaipur
Eingang zum Madhavendra Bhavan
Blick auf Jaipur
Die Festung befindet sich in einer der ältesten Bergketten der Welt, den Aravalli Hills, und bietet einen atemberaubenden Blick auf die malerische Umgebung.
Das nostalgisch anmutende Amber Fort ist eines der bekanntesten und meistbesuchten Forts in Indien und zählt wohl auch zu den am schönsten in der ganzen Welt. Amber ist vollständig von Hügeln umgeben und liegt am Fuße einer felsigen Schlucht.
Amber wurde im 12. Jahrhundert zur Hauptstadt der Kriegerherrscher der historischen Region Rajputana gemacht und war 600 Jahre lang ein politisches Zentrum.
Maharaja Man Singh I., der die Armee des Mogulherrschers Akbar anführte, begann 1592 mit dem Bau auf den Überreste einer Festung, die ursprünglich im 10. Jhdt. erbaut und von Raja Man Singh und Raja Jai Singh zu einer großen Festung umgebaut wurde.
Ein besonderes „Schmuckstück“ des Palastes ist der Spiegelsaal (Sheesh Mahal). Der aus edlem weißem Marmor gefertigte Raum beeindruckt durch seine kunstvoll gestaltete Innenausstattung: Unzählige kleine Spiegel sind in filigrane Stuckarbeiten eingelassen und bedecken Wände und Decken wie ein funkelndes Mosaik. Zarte florale Ornamente ziehen sich in harmonischen Mustern entlang der Flächen und verleihen dem Raum eine ganz eigene Eleganz.
Das Besondere an diesem Saal zeigt sich jedoch erst im Spiel des Lichts: Schon das schwache Flackern einer einzelnen Kerze genügt, um die Spiegel in tausendfacher Reflexion erstrahlen zu lassen und den Raum in ein glitzerndes Lichtermeer zu verwandeln.Wie kaum ein anderes Gebäude im Fort Amber verbindet sich im Spiegelpalast hinduistische und muslimische Baukunst zu einer harmonischen Einheit.
Anscheinend wurde dieses Zimmer vom Maharadscha gemacht, damit die Maharani (Königin) nachts die Sterne sehen konnte, da sie nicht im Freien schlafen durfte. Wenn Kerzen nachts angezündet werden, scheint der Raum Tausende von Sternen von den Wänden und der Decke zu reflektieren.
In den Farben Honig und Rosenstein, weißem Marmor und vergoldetem Dekor ist Amber Fort eher ein Palast als eine Festung.. Durch die Fenster und von den Balkonen hat man bei gutem Wetter sowohl einen tollen Ausblick auf die Stadt Amber, deren Festungsmauern und auf das Aravalli-Gebirge.
Amber Fort Ganesh Pol Aravalli Gebirge
Elefantenkarawane zum Fort
Hawa Mahal oder der Palast der Winde
Jaipur oder Pink City, wie Jaipur auch liebevoll genannt wird, beherbergt einige der reich verziertesten königlichen Paläste des Landes. Ein romantischer staubiger rosa Farbton ziert die Stadt seit 1876, nachdem sie rosa gestrichen wurde, um Königin Victorias Ehemann, Prinz Albert, willkommen zu heißen. Die prägenden Gebäude der Stadt wurden in einem Rajasthani-Baustil geschaffen, der Hindu-Rajput-Bautechniken mit der bemerkenswerten Symmetrie des Mughal-Stils verbindet.
Zur Zeit der Herrschaft von Maharaja Sawai Ram Singh, einem der reichsten und mächtigsten Männer des Landes, spiegelte sich dessen wahre Macht in dem von ihm verabschiedeten Gesetz wider, die rosa Farbe für zukünftige Gebäude in der Stadt beizubehalten. Das Gesetz wurde 1877 verabschiedet, weil der Legende nach die Königin von Jaipur die Farbe Terrakotta-Rosa so sehr mochte.
Ganz aus rotem und rosa Sandstein erbaut und wunderbar verziert, ist der fünfstöckige Palast der Winde ( Hawa Mahal). Er wurde 1799 als Erweiterung des königlichen Stadtpalastes von Jaipur erbaut und ist wohl das meist-fotografierte Gebäude Indiens.
Seinen Namen „Palast der Winde” erhielt der Palast von der speziellen Bauweise, die eine permanente Luftzirkulation und somit immer eine frische Brise im Inneren ermöglicht. Der Bau des Palastes mit seinen 953 Fenstern wurde vom Maharaja Sawai Pratap Singh veranlasst, in dem seine Frauen leben und am alltäglichen Geschehen der Stadt Jaipur teilhaben konnten. ohne dass sie von draußen gesehen werden konnten.
Kunstvolle Ornamente und Muster aus schneeweißem Branntkalk verzieren die äußere Fassade. Seine wabenartigen Fenster, welche die Form eines halben Achtecks aufweisen, und die vielen Erker verleihen ihm das Aussehen eines überdimensional großen Fächers aus Stein.
Das Jantar Mantar, ein Observatorium, findet sich ganz in der Nähe vom Palast der Winde und dem Stadtpalast. Es ist eine Sammlung von 19 astronomischen Instrumenten, die vom Rajput-König Sawai Jai Singh II, dem Gründer von Jaipur, Rajasthan, im frühen 18. Jhdt. gebaut wurden.
Das Observatorium verfügt über die größte Steinsonnenuhr der Welt; die verschiedenen Instrumente ermöglichen die Beobachtung astronomischer Positionen mit bloßem Auge.
Der Stadtpalast von Jaipur ist bekannt für die königliche Residenz ehemaliger Herrscher, ursprünglich von Maharaja Sawai Jai Singh II. aus der Kuchhwaha-Linie der Rajputen erbaut, in welchem auch heute noch Angehörige der königlichen Familie leben.
Mubarak MahallSterlingsilber UrneBlick in den 2. InnenhofPritam Niwas ChowkChandra Mahal
In das Innere des Stadtpalastes gelangt man über das Virendra Tor, in dessen ersten Innenhof sich das Mubarak Mahal befindet, welches Ende des 19. Jahrhunderts von Maharaja Madho Singh II erbaut wurde. Mubarak Mahal (Willkommenspalast) umfasst heute die Textilabteilung des Maharaja Sawai Man Singh II Museums.
Über Rajendra Pol, welches beiderseits flankiert wird von aus einem einzigen Stück Marmor gehauenen Elefanten, erreicht man den 2. Innenhof, in welchem sich die private Audienzhalle (Diwan-i-Khas) befindet.
Diwan-i-Khas, private Empfangshalle
Es ist ein offener Pavillion mit einer doppelten Säulenreihe, deren Eingang zwei 1,6 Meter hohe Urnen aus Sterlingssilber ( Fassungsvermögen von jeweils 4091 Litern und einem Gewicht von 345 Kilogramm) schmücken. Sie sind die größten Silberurnen der Welt, die Ganga-Jalis. Maharaja Sawai Madho Singh II nahm sie 1902 befüllt mit Wasser aus dem Ganges mit nach England, um seine rituelle Reinheit zu bewahren, während er über die Meere reiste, um an der Krönung von König-Edward VII von Großbritannien teilnehmen zu können..
Von hier aus gelangt man in den nordwestlich des Diwan-i-Khas gelegenen dritten Innenhof, Pritam Niwas Chowk. Hier gibt es vier kleine Tore, die als Riddhi Siddhi Pol bekannt sind (Riddhi und Siddhi sind Gemahlinnen von dem Elefantengott Ganesha). Es hat vier kleinere Tore, die jeweils rund um die vier Jahreszeiten thematisiert und einem bestimmten hinduistischen Gott gewidmet sind. In der Mitte über jedem der Tor befinden sich Miniaturreliefs aus Marmor, die den Gottheiten Vishnu, Shiva, Devi und Ganesh gewidmet sind.
Das Pfauentor – ist eines der berühmtesten und am meisten bewunderten Tore von allen. Dieses Tor ist Lord Vishnu gewidmet und symbolisiert die Herbstsaison. Die geschnitzten Pfauen umgeben die Statue Gottes und sind mit farbenfrohen Gemälden verziert.
Rosentor – das wiederholte Blütenblattmuster repräsentiert die Wintersaison und ist der Göttin Devi gewidmet. Das Rosentor ist wunderschön gestaltet und mit Rosenblättern bemalt, die so wie im Lotustor die Gottesstatue Devis zeigen und ein Sonnenmotiv umgeben.
Lehariya Tor – wunderschön leuchtend in grünen Farben, repräsentiert sich das Grün der Frühlingssaison. Dieses Tor zeigt den Beginn des Frühlings an und ist Lord Ganesha gewidmet. Lehariya bedeutet Wellen, die das Wasser als weiteres wichtiges Element darstellen, so erhielt es seinen Namen. Ganesha, der Elefantengott über den Eingang, ist umgeben von den Motiven der Wellen.
Das Lotustor – ist Lord Shiva und seiner Gemahlin Parvati gewidmet. Direkt über dem Eingang ist die Statue des Gottes Shiva und ein Sonnenmotiv zu sehen. Die Sonne, als zentrale Gestirn am Himmel, von der alles Leben auf der Erde abhängt, dies war den Menschen seit Alters her bewusst, wird von vielen früheren Kulturen als Gottheit verehrt.
Am 07. April um 11:40 ging es mit Spicejet, einer indischen Billigfluggesellschaft, von Kathmandu nach Delhi, der Hauptstadt Indiens. Die Reiseroute war von der indischen Reiseagentur Inbound Intersight, die mir von einem indischen Freund empfohlen worden war, zusammengestellt. In einem zeitlichen Rahmen von 14 Tagen waren 7 Tage für Nordindien und 7 Tage für Südindien vorgesehen. Mir war klar, dass diese Zeit ziemlich knapp bemessen sein würde für ein Land von dieser Größe, aber ich betrachtete es als “Indien für Anfänger” also zum Kennenlernen. Ich bekam so einen ersten Eindruck von Indien und es gab mir die Möglichkeit, meinen Bekannten Sunil in Vaikom zu treffen, den ich vor einiger Zeit über die Webseite für Traveller ‘WAYN’, was für “Where Are You Now” steht, ebenso wie meinen zuvorigen Gastgeber und Reisebegleiter aus Nepal kennengelernt hatte.
Geplant waren die wichtigsten Sehenswürdigkeiten vom Norden Indiens, wie z.B.der Besuch der Gedenkstätte von Mahatma Gandhi in DelhiRajv Ghat, das berühmte Taj Mahal in Agra, in Jaipur der Palast der Winde und im Anschluss im Süden Indiens eine Bootstour in den Backwaters von Kerala.
Der Flughafen Indira Gandhi International Airport in Delhi ist beeindruckend groß: Mit einer Fläche von rund 502.000 m² zählt er zu den größten Passagierterminals der Welt und fertigt jährlich weit über 60 Millionen Fluggäste ab. Dennoch fand ich mich schnell zurecht – alle Bereiche sind auch auf Englisch ausgeschildert, sodass ich mühelos zu den zahlreichen Immigrationsschaltern gelangte.
Die Einreiseformalitäten erledigte ich zügig, da ich mein Visum bereits im Voraus beantragt hatte. Kurz darauf erschien auch mein Koffer auf dem Gepäckband – ein reibungsloser Start, der die Vorfreude auf meine Entdeckungsreise noch steigerte.
Am Ausgang erwartete mich bereits ein Mitarbeiter der Reiseagentur Inbound Intersight mit einem Namensschild. Mein Reiseleiter Harendra, der mich in den kommenden sieben Tagen begleiten sollte, sowie der Fahrer eines komfortablen Toyota Innova nahmen mich freundlich in Empfang und brachten mich in Richtung meines Hotels, dem Jivitesh Hotel in Neu-Delhi.
Unterwegs schlug Harendra vor, vor dem Einchecken noch in einem nahegelegenen Restaurant essen zu gehen – dort sei es deutlich günstiger als im Hotel. Da meine letzte richtige Mahlzeit schon eine Weile zurücklag, nahm ich den Vorschlag dankbar an.
Tandoori Chicken Masala- Hähnchen aus dem Tandoori Ofen
Dies war ein erster Vorgeschmack auf das, was mich künftig in Indien erwarten sollte -vielfältige kulinarische Abenteuer von mild bis ganz scharf.
Nachdem ich im Hotel Jivitisch, das sehr zentral in Neu Delhi liegt, eingecheckt war und mir eine kurze Ruhepause gegönnt hatte, schaute ich mich ein wenig in dem Hotel um und entdeckte das Restaurant. Schon verspürte ich wieder ein leichtes Hungergefühl und beschloss, mir die Menükarte anzuschauen. Die meisten Namen auf der Karte klangen ziemlich exotisch und ich hatte keine wirkliche Vorstellung, was sich dainter wirklich verbarg, aber in den nächsten Tage würde ich sicher genügend Gelegenheit haben, dieses und jenes auszuprobieren.
Die Auswahl war vielversprechend und reichlich, aber ich wollte erst einmal nur einen kleineren Snack zu mir zu nehmen.
Dosas sind dünne, krosse Pfannkuchen aus Linsen- und Reismehl, gefüllt mit würzigen Kartoffeln und Gemüse, dazu gab es ein Zwiebel-Tomaten-Chutney
Bisher kannte ich Chutney in süßer Variante als Mangochutney, aber mit der Zeit in Indien sollte ich lernen, dass es ganz verschiedene Arten von Chutneys gibt, von scharf, süßlich bis sehr sauer.