Dhulikhel – Dem Himalaya so nah


Nachdem wir der Ortschaft Nagarkot nur einen kurzen Besuch wegen schlechter Sicht abgestattet hatten, machten wir uns mit dem Taxi auf den Weg nach Dhulikhel, einem benachbartene Ort im östlichen Kathmandu-Tal.

Die Fahrt dauerte nur knapp eine Stunde; es bot sich mir ein phantastischer Panoramablick auf Langtang Himal, Ganesh Himal, Manaslu einschließlich Annapurna Range.

Nagarkot und Dhulikhel sind beliebte Ausflugsziele im Kathmandu-Tal. Dörfer, eingebettet in Reisterrassen, atemberaubende Landschaften auf grünen Hügeln zogen an uns vorbei bevor wir die Bergstation von Dhulikhel und unser nächstes Quartier, das Langtang View Hotel in Nagarkot erreichten. Die Sicht auf die verschiedenen Gipfel des Himalayagebirges war wegen des Dunstes zwar erheblich eingeschränkt, aber dennoch bot sich und eine atemberaubende Aussicht.

Ausblick auf den Himalaya

Nach einem kleinen Imbiss und Spaziergang rund um das Hotel wanderten wir hinunter zur Ortsmitte von Dhulikhel, um in das Alltagsleben der ortsansässigen Nepalesen einzutauchen.

Das mittelalterliche Stadtzentrum von Dhulikhel befindet sich am südlichen Ende der modernen Stadt und hat sich noch etwas von seiner typischen Newari Atmosphäre bewahrt. Es ist allerdings eine Frage der Zeit, wann auch hier Heerscharen von Touristen diese beschauliche Idylle über-rennen, denn es ist der Bau einer Schnellstraße geplant, die Kathmandu mit den Ortschaften im östlichen Terai-Gebiet verbinden wird.

Die gepflasterten Straßen sind gesäumt von traditionellen Newari-Häusern mit Ziegeldächern und geschnitzten Fensterrahmen. Alte Männer versammeln sich in Patis (eine Art Rasthaus), um sich zu unterhalten, während Frauen sich damit beschäftigen, ihre Chilis und Weizen in der Hitze in Sukuls (Körbe oder Matten aus Heu) zu trocknen.

Auf dem Rückweg zu unserer Unterkunft kamen wir an üppig wachsenden Rhododendron Bäumen vorbei, die ich in dieser Größe von Deutschland her nicht kannte. Es ist die National-blume von Nepal, deren Blüten nicht nur als Tischdekoration Verwendung finden sondern sich hervorragend als Dekoration auf Desserts eignen und dazu obendrein noch essbar sein sollen.

Ghanshyam liess es sich nicht nehmen, mich mit einem kleinen Rhododendronzweig zu “dekorieren” – so kam dieses Bild zustande.

Zum Abschluss unserer Tour machten wir am nächsten Morgen eine Wanderung zum Namobuddha-Kloster, das nur wenige Minuten von Dhulikhel entfernt ist. Auch um diesen Ort rankt sich eine Legende und zwar soll Buddha in einem früheren Leben seinen Körper einer hungernden Tigerin geopfert haben.

Blick auf den Himalaya
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Mythen und Legenden spielen eine wichtige Rolle in der hinduistisch- buddhistisch geprägten Kultur Nepals und dies ist besonders an Orten wie Dhulikhel erfahrbar.

In der Weite um Dhulikhel scheint die Natur selbst zur Erzählerin zu werden. Die Hügel, die sich sanft bis zum Horizont ziehen, und die fernen Gipfel des Himalaya tragen eine stille Präsenz in sich, die sich kaum in Worte fassen lässt.

In Nepal sind Mythen und Legenden nicht nur Geschichten vergangener Zeiten – sie leben in der Landschaft weiter. Jeder Berg, jeder Baum, jeder Windhauch scheint Teil einer größeren, unsichtbaren Ordnung zu sein.

Ohne dass man die alten Erzählungen im Detail kennen muss, entsteht das Gefühl, dass dieser Ort mehr ist als nur ein schöner Aussichtspunkt. Es ist, als ob sich hier Natur und Spiritualität berühren – leise, unaufdringlich und doch tief spürbar.

Changu Narayan Tempel

25. März 2014

Der schöne und historische Tempel von Changu Narayan befindet sich auf einem Hügel am östlichen Ende des Tals, etwa 6 km nördlich von Bhaktapur und 22 km von Kathmandu entfernt. Er wurde etwa im Jahr 325 errichtet und seitdem mehrmals wieder aufgebaut und saniert. Viele der Steinskulpturen stammen aus der Licchavi-Zeit (4. bis 9. Jahrhundert).

Changu Narayan ist ein übersehenes Juwel im Pantheon der Tempel im Kathmandu-Tal.
Der doppelt überdachte Tempel ist Vishnu in seiner Inkarnation als Narayan gewidmet und außergewöhnlich schön, mit erstaunlich komplizierten Dachstreben verziert, die mehrarmige tantrische Gottheiten darstellen. Es gibt vier Eingänge zum Tempel; diese Tore werden von lebensgroßen Tierpaaren bewacht wie Löwen, Sarabhas, Greifvögeln und Elefanten auf jeder Seite der Eingänge. * Sarabhas oder auch Sarabeswara genannt sind Chimära, bestehend aus Löwe, Vogel und Mensch.


Die wahren Juwelen des Tempels sind die wunderbaren, viel älteren Skulpturen, die rund um den Innenhof verteilt sind. In der südwestlichen Ecke befinden sich mehrere bemerkenswerte Bilder, darunter eines von Vishnu als Narsingha, seiner Mensch-Löwe-Inkarnation, die einen Dämon ausweidet.
Ein anderer zeigt ihn als Virantha / Vamana, den sechsarmigen Zwerg, der sich während seiner Niederlage gegen König Bali in einen Riesen verwandelte, der das Universum in drei Schritten überqueren konnte.

Garuda kniet mit den Händen in der Namaste-Position gegenüber dem Haupteingang zum Tempel. Steinlöwen bewachen die wunderbar vergoldete Tür, die von detaillierten vergoldeten Fenstern flankiert wird. Zwei Säulen an den vorderen Ecken tragen eine Muschel und eine Scheibe, die traditionellen Symbole von Vishnu.

Am Osteingang des Change-Narayan-Tempels stehen zwei Greifen – Fabelwesen, deren Körper die Gestalt eines Löwen und ihre Köpfe von Adlern haben.


Unser nächstes Ziel war Nargarkot, ein beschaulicher kleiner Ort, welcher sich sich am Kamm der Ostseite des Kathmandutals auf 2195 Meter befindet. Hierher kommt man wegen der tollen Aussicht auf die Berge. Bei gutem Wetter soll man hier einen atemberaubenden Ausblick auf den Himalaya haben, unter anderem auf die Gebirgskette des Langtang Lirung (7226) und Gangchempo (6387).

Dies war mir und meinem Begleiter Ghanshyam jedoch leider nicht vergönnt, denn der Himmel war dicht bewölkt und die Sonne liess sich nur spärlich blicken. Damit bot sich mir auch keine Gelegenheit, ein paar aussagekräftige Fotos zu schiessen, deshalb machten wir uns, nachdem wir uns an einem der Foodstalls noch einen kleinen Snack und heissen Tee einverleibt hatten, unverrichteter Dinge wieder auf den Heimweg nach Kathmandu.

Bhaktapur

Die dritte und kleinste der Königsstädte neben Kathmandu und Lalitpur

Meine Reise in Nepals Vergangenheit

25. März 2014

Für den heutigen Tag war der Besuch der Stadt Bhaktapur vorgesehen, die gerade einmal 15 km von der nepalesischen Hauptstadt entfernt liegt. Bhaktapur hat so gar nichts mit dem chaotischen Kathmandu gemein. In vielen Bereichen der Stadt sind motorisierte Verkehrsmittel verboten, weshalb es in den engen Gassen sehr ruhig und entspannt zugeht. Somit ist die Erkundung Bhaktapurs gänzlich unproblematisch da alle Sehenswürdigkeiten zu Fuß zu erreichen sind.

Nyatapola Temple, Bhaktapur
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Die Stadt Bhaktapur, auch bekannt als Bhadgaon, was so viel bedeutet wie “Reis Stadt” in Nepalesischer Sprache, stammt aus dem frühen 8. Jahrhundert. Es war das größte der drei Newari-Königreiche im Kathmandu-Tal (die anderen beiden waren Kathmandu und Patan) und Bhaktapur war bis zur zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts die Hauptstadt von ganz Nepal. Das Bild der mittelalterlich anmutenden Stadt wird bestimmt von der Töpferkunst, einer traditonellen Musikszene und ist bekannt für ihre hochwertigen Holzarbeiten . Überall, wo man hinschaut, finden sich detaillierte Schnitzereien an Tempeln, Gebäuden, und Fenstern, die vollständig aus Holz bestehen.

Unter den drei großen Städten des Kathmandu-Tals hat Bhaktapur einige seiner alten Lebensweisen bewahrt und erinnert daran, wie das gesamte Kathmandu-Tal im Mittelalter ausgesehen haben muss. Die bemerkenswerte Architektur, die exquisiten Holzschnitzereien und das Metallhandwerk, die in der Stadt zu sehen sind, erinnern an die Zeit der Malla-Herrscher, die Kunst wie keine andere Dynastie förderten. Die Einwohner von Bhaktapur gehören ethnisch zu den Newar und so ist das gesamte Stadtbild geprägt von Meisterwerken von Bauwerken im Newar Stil.

Ein herausragendes Beispiel für vollendete Holzschnitzwerkkunst ist der köngliche Palast mit seinen kunstvoll holzgeschnitzten 55 Fenstern.

Chayasilin Mandapa und im Hintergrund Palast der 55 Fenster in Bhaktapur

Jeder dieser Paläste wurde in der Nähe einer Haupthandelsroute in der Nähe des Stadtzentrums gebaut, als Komplex verbundener Gebäude, die sich um einen Innenhof (Chowk) gruppieren.

Die traditionell intakte Stadt ist in vielerlei Hinsicht auch die zeitloseste. Die Straßen aus Kopfsteinpflaster verbinden eine Reihe von Tempeln, Innenhöfen und monumentalen Plätzen; in den Seitenstraßen finden sich Schreine, Brunnen und Wassertanks.

Jahrhunderte alte Handwerkstraditionen wie Töpferei, Holzschnitzerei und Weberei sind immer noch lebendig. Dank eines von Deutschland finanzierten Bhaktapur-Entwicklungsprojekts, wurden nicht nur Gebäude restauriert sondern in den 1970er Jahren auch Straßen gepflastert und Kanalisations-anlagen gebaut.

Der vergoldete Torbogen mit der 16-armigen Göttin Taleju Bhawani über der Tür gilt als eines der wichtigsten Kunstwerke im Kathmandu-Tal.

Die Nacht verbrachte ich in dem zum Zentrum nahe gelegenen Hotel Planet Bhaktapur, welches aus meiner Sicht zu einem der besten Unterkünften in der Gegend zählte.


Changu Narayan Tempel


Changu Narayan ist ein Hindu-Buddhistischer Tempel, der sich auf einem Hügel von Changu(auch Dolagiri genannt) östlich von Kathmandu in dem Bezirk von Bhaktapur befindet. Es wird vermutet, dass der Tempel, welcher der Gottheit Vishnu gewidmet ist, im vierten Jahrhundert n. Chr. erbaut wurde und zählt zu der Gruppe der ältesten Hindu-Tempel in Nepal.

https://www.diesehnsuchtnachderferne.blog/changu-narayan-tempel/

Kakani … Natur pur

24. März 2014

Nur 25 km nordwestlich des Kathmandu-Tals windet sich eine Straße von Balaju bis zu einer Höhe von 2073 m bis zum Rand der Spitze, der Kakani-Höhe, von der sich normalerweise ein herrlicher Blick auf die Himalaya-Gebirgskette bietet, die sich von Annapurna, Everest über Manaslu bis Ganesh Himar und Gauri Shankar erstreckt – vorausgesetzt, es gibt klare Sicht. Wir hatten schon am frühen Morgen Kathmandu verlassen um rechtzeitig zum Sonnenaufgang den Bergkamm zu erreichen, aber der Nebel bedeckte den ganzen Morgen fast vollständig die Berge. Dennoch hatte sich der Ausflug hierher gelohnt. In der näheren Umgebung von Kakani sind zahlreiche Dörfer und terrassenförmig angelegte Felder zu sehen, auf denen Bauern u.a. Reis anpflanzen, Erdbeerfelder bewirtschaften und auch Süßwasserforellenteiche sind zahlreich angelegt.

An einem der kleinen Teestände beschlossen wir Halt zu machen um zu frühstücken, bevor wir uns auf den Weg zum Thai Memorial Park machten. Dieser wurde zum Gedenken an die 113 Opfer eines tragischen Flugzeugabsturzes der Thai Airways im Juli 1992 errichtet. Verursacht war das Unglück durch mangelhafte Kommunikation zwischen den Fluglotsen und Piloten bei dem Landeanflug auf den Internationalen Flughafen Tribhuvan in Kathmandu.

Unser nächstes Ziel war die kleine Stadt Balaju, welche bekannt ist für die Statue ´Schlafender Vishnu` im Balaju Park. Das Vishnu-Idol liegt friedlich auf den Windungen der mehrköpfigen Schlange Ananta.

Vishnu, schlafend auf der Schlange Ananta

Auf dem Hügel hinter Balaju befindet sich das ummauerte Nagarjun-Waldreservat, auch bekannt als Rani Ban (Königinnenwald), in dem Fasane, Hirsche, Affen zu Hause sind . Der malerische Wald gilt als einer der letzten unberührten Orte im Kathmandu-Tal. Einige Militärposten waren zu passieren, als wir noch einen kurzen Abstecher zum Osho Tapoban machten, einem Meditationszentrum, welches nicht nur sogenannten Bhagwan-Anhängern offensteht .

Wer mehr über diese “Bewegung” erfahren möchte, der klicke auf diesen Link: https://www.spiegel.de/geschichte/bhagwan-bewegung-a-948789.html

Auf dem Weg zurück nach Kathmandu bekam ich noch einen sehr schönen Eindruck von der ländlichen Idylle und genoss die saubere Luft bevor es zurückgehen sollte in die durch Ruß und Schwefeldioxid verpestete Luft von Kathmandu.

Kathmandu gehört aufgrund der rasanten Entwicklung und vielen alten, umweltschädlichen Fahrzeugen zu den Städten mit der schlechtesten Luftqualität weltweit. Aber nicht nur die Abgase von den Fahrzeugen sondern auch die Luftverschmutzung durch Verwendung von Brennholz, landwirtschaftlichem Dung oder Reststoffe in traditionellen Öfen, so wie sie in ca. 70 % der Häuser in Nepal noch verwendet werden, tragen zur Verschmutzung bei.
Aus diesem Grund sieht man in Kathmandu im Straßenverkehr viele Menschen mit Masken, die zum Schutz gegen Feinstaubbelastung tragen .

Auch ich war in nicht unerheblichem Maße beeinträchtigt, wenn wir mit dem Taxi innerstädtisch unterwegs waren. So war ich froh, dass wir hier in dieser ländlichen Region um Kakani herum uns einige Zeit aufhielten. Das gab meinen Bronchien die Chance, sich wieder ein wenig zu erholen.

Pashupatinath und Boudhanath

Zwei Heiligtümer im Kathmandu-Tal

20.März 2014

Mit dem Taxi fuhren wir zu dem Tempel, der sich ca. 3 km nordwestlich von Kathmandu befindet. Er gehört zu den zwei heiligsten Tempelstätten Nepals .Die heilige Stätte am Ufer des Bagmati-Flusses beeindruckt durch ihre prächtige Pagodenarchitektur, die spirituelle Atmosphäre und die zahlreichen rituellen Zeremonien, die hier täglich stattfinden. Pashupathinath ist nicht nur ein religiöses Zentrum, sondern auch ein kulturelles Symbol Nepals.

Er ist weit jenseits des Kathmandu-Tals bekannt, in welchem die Gottheit Shiva als der Zerstörer und auch als der Herr des Lebens verehrt wird. Das große Gebiet von Pashupathinath ist für Touristen nur teilweise zugänglich. Der Tempelhof und der Tempel selbst sowie die Arya Ghats dürfen nur von Hindus betreten werden. Hier, am Bagmati Fluss, wird eines der faszinierendsten Rituale zelebriert – das Aarti Ritual.

Aarti Ritual https://www.youtube.com/watch?v=L0tljL4z6uQ

Der Bagmati hat eine große Bedeutung im Hinduismus. Es wird angenommen, dass ein heiliges Bad in diesem Fluss die Sünden wegwaschen kann. Aarti ist ein Ritual der Anbetung, bei dem den Göttern Licht in Form von getränkten Dochten mit Ghee angeboten wird. Priester führen die Aarti auf, indem sie Öllampen in kreisförmigen Bewegungen um sich drehen und ihre Handlung dabei dem Göttlichen widmen. Bhajan, Lieder mit religiösem Thema, werden von Anhängern während der Aarti gesungen und schaffen eine besondere Atmosphäre.

Am dem Tempel gegenüberliegenden Ufer durfte ich die Zeremonie einer Verbrennung erleben – was zunächst erst einmal ein gewisses Unbehagen bei mir auslöste. Für Hindus gilt es als erstrebenswert in Pashupatinath verbrannt zu werden. Am linken Ufer des Bagmati Flusses liegen die Verbrennungsstätten. Auch im Tod ist das Kastenwesen noch gegenwärtig – so sind die Arya Ghats Verbrennungsstätten der höheren Kasten vorbehalten und die Surya Ghats sind die Verbrennungsstätten für die niederen Kasten.

Bagmati Fluss – in dem die Sünden des irdischen Lebens weggewaschen werden

Aus hinduistischer Sicht ist es nur die körperliche Hülle, die verbrannt wird, nicht hingegen die Seele selbst- sie existiert weiter. Diese steigt in den Himmel auf, schlüpft in einen neuen Körper und beginnt abermals den Weg durch das Leben. Tod und Wiederkehr – das ist der Kreislauf, der ewig anhält und für den Shiva wie kein anderer Hindugott steht. Hindus kennen keinen Anfang, und sie kennen kein Ende, für sie gibt es nur das Rad einer beständigen Wiederkehr.

Hier, inmitten der rituellen Zeremonien, wird der Kreislauf des Lebens und Sterbens sichtbar. Als westlicher Besucher empfand ich eine Mischung aus Ehrfurcht und Nachdenklichkeit. Diese Zeremonien sind nicht nur ein Teil des kulturellen Erbes Nepals, sondern sie laden auch dazu ein, über den eigenen Umgang mit dem Tod und die Bedeutung des Lebens nachzudenken.

Opferritual in Dakshinkali

22. März 2014

Dakshinkali liegt eine 45-minütige Fahrt südlich von Kathmandu in einem dunklen Tal am Zusammenfluss zweier Bäche und ist der spektakulärste und bedeutendste aller aller Hindu-Tempel Nepals, welcher der Göttin Kali gewidmet ist. Dieser Gottheit werden jeden Dienstag und Samstag Tieropfer dargebracht, die Fruchtbarkeit und die Fortpflanzungsfähigkeit der Frau bedeuten.
Tieropfer, insbesondere von Hähnen und unkastrierten männlichen Ziegen, sind die wichtigste Form der Verehrung der Göttin, was besonders während des Dashain-Festes zu beobachten ist. Die Tiere werden dem Priester vorgestellt, der sie rituell mit einem Khukuri-Messer enthauptet und anschließend das schwarze Steinbild von Kali mit diesem Blut tränkt.


Kali ist nur eine andere Form der großen Göttin Durga; Parvati, Uma, Durga und Kali sind die Namen für vier verschiedene Aspekte der selben Göttin. Sie gilt als äußerst mächtig und vollendet. Der Glaube besteht darin, dass nur durch Zerstörung etwas Neues entstehen kann. Kali bedeutet die göttliche Kraft der Zerstörung und zugleich die Gewährung von Gnade und Vertreibung von Angst.
Die Pilger glauben, wenn sie zur Göttin beten und Opfer bringen, werden ihre Feinde sterben – viele offenbaren der Göttin ihre Wünsche in dem Glauben, dass diese Wünsche erfüllt werden, wenn sie nur aus tiefstem Herzen zur Göttin beten und regelmäßig Opfergaben bringen.

Der Dreizack, der als Trishul bekannt ist und in Verbindung mit der Gottheit Shiva gezeigt wird, symbolisiert seine drei Grundkräfte (Wille, Handlung und Wissen). Der Dreizack repräsentiert auch Shivas Macht, das Böse und die Unwissenheit zu zerstören.

Trishul, der Dreizack

Der Tilak (Sanskrit Tilaka, “Zeichen”) ist ein Zeichen, das auf der Stirn getragen wird. In Nepal ist es eine Mischung aus Blütenextrakten, rotem Pulver, Joghurt und Reiskörnern.

Ein “Kalava” ist der heilige hinduistische Faden, der auf Hindi auch “Mauli” genannt wird, welcher bei hinduistischen Ritualen getragen wird. Ein Priester bindet dieses an das Handgelenk der Personen, die an der Gebetszeremonie teilnehmen. Es findet sich an der rechten Hand von Männern und unverheirateten Frauen und an der linken Hand von verheirateten Frauen.


Der Dakshin-Kali-Tempel hat denselben religiösen Stellenwert wie der Pashupatinath-Tempel und ist eine beliebte Touristenattraktion, da er in der Nähe des Ortes Pharping liegt. Dies ist eine kleine Newar-Stadt oberhalb des Bagmati-Flusses am südlichen Rand des Kathmandu-Tals, etwa 23 km von der Hauptstadt entfernt. In der Stadt und ihrer Umgebung befinden sich mehrere bedeutende buddhistische Pilgerstätten sowie eine Reihe von buddhistischen Klöstern und Meditationszentren und ist deshalb ein beliebtes Ziel für Wanderer.

Kathmandu Tal

Im März 2014

Das Kathmandu-Tal liegt wie eine weite, von Hügeln umschlossene Schale im Herzen Nepals. Auf engem Raum vereinen sich hier drei alte Königsstädte – Kathmandu, Patan und Bhaktapur –, jede mit ihrem eigenen Rhythmus, ihrer eigenen Geschichte, ihrem eigenen Atem.

Das Tal öffnete sich weit zwischen den Hügeln, und doch wirkte alles nah beieinander. Kathmandu, Patan und Bhaktapur gehen beinahe ineinander über – und doch hat jede dieser Städte ihre eigene Stimmung, ihren eigenen Klang. Die Newari-Architektur in den Städten mit ihren kunstvoll geschnitzten Fenstern und lebendigen Plätzen geben dem Tal eine fast zeitlose Atmosphäre, während Straßenmärkte, Teehäuser und Straßenverkäufer das tägliche Leben pulsieren lassen.


Kathmandu Tal

In den nachfolgenden Tagen fuhr ich mit Ghanshyam nach Bhaktapur, Kirtipur und Dakshinkali, die sich in näherer Umgebung von Kathmandu befinden. Aber dazu komme ich in einen meiner späteren Beiträge

Der Dakshinkali Tempel liegt 22 km südlich von Kathmandu und ist einer der wichtigsten Tempel Nepals.

Ein weiteres Ziel am heutigen Tag war Chobhar, das zwei sehr bedeutsame Tempelanlagen beherbergt, den Adinath Tempel und den Chobhar Jal Binayak Tempel.

Rund um die Altstadt

Kathmandu im März 2014

Das Tal war schon 800 v. Chr. bis 300 n. Chr. unter der Herrschaft der Kirati (wahrscheinlich ein Bergvolk aus Ost-Nepal) ein blühendes Handelszentrum.

Um 300 n. Chr. fiel die Macht in die Hände der aus Indien stammenden Licchavi-Dynastie, die den Hinduismus und das Kastenwesen mitbrachten. Etwa 1000 Jahre später geriet das gesamte Tal
unter die Herrschaft der Newaren– dem Begründer der heute noch verehrten Malla-Dynastie. Drei Generationen später wird das Reich unter drei Brüdern und einer Schwester aufgeteilt, jeweils mit den Hauptstädten Kantipur, Lalitpur, Bhaktapur und dem östlich an das Kathmandutal angrenzende Banepa.

In allen drei Städten entstanden, hauptsächlich von Newar-Künstlern, Tempelbezirke mit prächtigen Pagoden und Palästen. Der Wohlstand der Stadt beruhte auf dem blühenden Handel und den Zolleinnahmen.

Der Name Kathmandu, früher bekannt als Kantipur, leitet sich von Kasthamandap ab, einem Rasthaus, das aus dem Holz eines einzelnen Baumes errichtet wurde.

Königspalalast und Maju Dega Tempel rechts

Der Königspalast, der seit dem 14. Jahrhundert den Königen als Residenz dient, liegt zwischen dem Durbar Square und dem Basantapur Square. Bevor 1933 ein Erdbeben große Teile zerstörte, umfasste der Palastbezirk über dreißig Innenhöfe (chowks).

Heute befinden sich nicht mehr ganz so viele Innenhöfe hinter den Palastmauern. Das Innere wird durch das prächtig vergoldete Hanuman Dhoka Portal betreten, das nach dem hinduistischen Affengott Hanuman benannt wurde.

li: Eingang Hanuman Dhoka Palast Mitte: Hanuman, der Affengott re: Kathmandu Durbar Square

Kathmandu wirkte auf mich wie ein lebendiges Labyrinth aus engen Gassen, jahrhundertealten Tempeln und bunten Märkten. Überall spürt man religiöse Rituale, Straßenverkäufer bieten ihre Waren feil. Hier funktioniert noch das Zusammenspiel von Tradition und Alltagsleben und ich stellte mir vor, wie es im Mittelalter gewesen sein mag.

Die Altstadt ist geprägt von hinduistischen Tempeln, insbesondere am Durbar Square; weitere wichtige religiöse Bauwerke und Heiligtümer finden sich in den äußeren Bezirken der Stadt: Pashupatinath, sowie buddhistische Stupas und Heiligtümer in Boudhanath und Swayambhunath Tempel Komplex. 
Trotz der extrem hohe Bebauungsdichte verfügtdie Altstadt aber noch über die ursprüngliche Blockstruktur mit der für sie typischen Innenhofbebauung mit den sogenannten Bahals.

Eines der bekanntesten ist das von der “lebenden Göttin Kumari” das Kumari Bahal.

Kumari’s Residence Kathmandu

Der Kult um Kumari Devi ist ein einzigartiger hinduistischer Brauch, der vor allem in Nepal und Teilen des angrenzenden Indiens gepflegt wird. In dessen Mittelpunkt steht die Verehrung eines vorpubertären Mädchens als lebende Göttin und Manifestation der göttlichen weiblichen Energie, Shakti. Es handelt sich hierbei um den weiblichen Aspekt des geschlechtslosen, formlosen absoluten Gottes Brahma.

Die ruhigen, großen Bahals sind in der Regel nur durch schmale, niedrige und unscheinbare Zugänge zu erreichen und bilden einen starken Kontrast zum dichten Gedränge und Lärm in den Gassen.

Indra Chowk ist einer der lebendigsten und historisch bedeutendsten Marktplätze Kathmandus. Es ist ein Schmelztiegel aus Kultur, Handel und Tradition. Mitten im Herzen der Hauptstadt gelegen, ist dieser geschäftige Knotenpunkt seit langer Zeit ein zentraler Ort für Handel, religiöse Feste und gesellschaftliche Zusammenkünfte.
Die Bausubstanz der Wohngebäude, in der Altstadt vielfach im newarischen Baustil mit kunstvoll geschnitzten Fenstern versehen, ist meist sehr schlecht und vom Verfall bedroht. Verfallene oder abgerissene Häuser werden, wie im ganzen Lande, wie so vielerorts auch, durch Einfachst-Betonbauten ersetzt. Diese Entwicklung schreitet leider schnell voran. Somit ist zu erwarten, dass es das ursprüngliche Kathmandu in wenigen Jahren nicht mehr geben wird.

Basanthapur Durbar Square
Garuda in Namaste Position
Jagannath Temple Kathmandu

Dharahara auch Bhimsen Tower genannt, ist ein neunstöckiger Turm (61,88 m hoch) im Zentrum von Sundhara, Kathmandu.
Die 213 Stufen führen hinauf zum Balkon des 8. Stockwerk, von dem aus Kathmandu in alle Himmelsrichtungen überblickt werden kann. Der Original Bhimsen Turm war 1824 erbaut worden und umfasste ursprünglich 11 Stockwerke, fiel aber einem Erdbeben zum Opfer. Der zweite Bhimsen Turm, den wir heute besichtigen können, war 1832 für die Nichte vom Premierminister Nepals, Bhimsen Thapa gebaut worden und diente dem Militär als Wachtturm. Architektonisch gesehen hat der Turm ein minarettartiges Aussehen, was den mogulischen Einfluss in der Architektur erahnen lässt.

Patan – die “Schwesterstadt” von Kathmandu

Die alte Stadt Patan, 5 km südöstlich von Kathmandu gelegen, gilt als Stadt der “Schönen Künste”.
Der Überlieferung zufolge ist die Stadt die älteste im Kathmandu Tal; sie liegt am Südufer des Bagmati Flusses und bildet mit Kathmandu eine Doppelstadt. Sie ist ca. 2300 Jahre alt und galt vor mehr 1000 Jahren mit rund 100.000 Einwohnern als die zehntgrösste Stadt der Welt. 

Der im 17. Jahrhundert erbaute Krishna Tempel besitzt eine beherrschende Rolle innerhalb des Tempelbezirkes.

Krishna Mandir
Am bemerkenswertesten sind die Steinschnitzereien entlang des Balkens über der Säule im ersten und zweiten Stock. Die Säulenschnitzereien im ersten Stock erzählen die Ereignisse des Mahabharata, während im zweiten Stock visuelle Schnitzereien aus dem Ramayana zu sehen sind. Es wird vermutet, dass er das erste im Shikhara Stil, was im Sanskrit: Berggipfel bedeutet, erbaute Bauwerk Nepals ist und dies der einzige Tempel der Landes ist, der eine aus Stein errichtete Turmspitze enthält.

Meine Reisepläne für Nepal

Wie alles begann …

Januar 2014

Auf die Idee, Nepal zu bereisen, kam ich, als ich mich bei einer Webseite für Reisefreudige, die sich interessanterweise “Where Are You Now, abgekürzt WAYN nannte, anmeldete. Ziel und Zweck dieser Webseite war es, den Austausch von Reiseerfahrungen, Fotos und Reisetipps zu ermöglichen. Gleichzeitig diente es auch als Plattform für Kontaktaufnahmen unter den Mitgliedern. Ausser Nepal stand aber auch noch Indien und Sri Lanka mit auf meinem Plan- für die drei Länder hatte ich mir einen zeitlichen Rahmen von 6 Wochen gesetzt.

Über das Forum der Webseite “Wayn” lernte ich nach einiger Zeit einen Nepalesen kennen, der mir sein Land mit vielen Fotos und ausführlichen Berichten so schmackhaft gemacht hatte, dass ich mich entschloß, auf sein Angebot, mir einen Reiseplan zu erarbeiten und sich als Gastgeber und Reiseführer zu betätigen, einzugehen.

Die Kosten für die Unterbringung in den verschiedenen Hotels und den gesamten 3 wöchigen Aufenthalt einschliesslich Transportkosten hatte Ghansyham, meine neue Bekanntschaft, mit ca.2500 Euro veranschlagt. Ich war davon ausgegangen, dass er bereits auch seine eigene Kosten berücksichtigt hatte, was jedoch, wie ich später erfahren sollte, nicht der Fall war. Darauf komme ich später noch einmal zurück.

Ankunft in Nepal

Im März 2014- Kathmandu

Mit der Fluggesellschaft Etihad von Frankfurt nach Kathmandu hatte ich online einen günstigen Flug für knappe 650 Euro mit kurzem Stop over in Abu Dhabi buchen können. Die Flugzeit betrug insgesamt 12 Stunden.

Die Einreise in Nepal war ganz unkompliziert. Das Visum wurde bei der Ankunft in Kathmandu am Flughafen erteilt und galt für 30 Tage. Nachdem ich die Visaformalitäten erledigt und meine SIM-Karte für Nepal erhalten hatte, verließ ich mit einiger Aufregung das Flughafengebäude. Meine Gastgeber, Ghanshyam und seine Frau Meethu hatten seit zwei Stunden auf mich gewartet und mich sofort erkannt

Sie begrüßten mich aufs herzlichste und  hängten mir eine prächtige Girlande aus schönen Blumen mit einer roten Schärpe versehen als Willkommensgruß um den Hals. Der Empfang fühlte sich an, als ob wir uns schon ewig lange gekannt hatten. Ich brachte vor lauter Rührung kaum ein Wort heraus und war sehr gespannt, was mich nun erwarten würde.

Das tagtägliche Verkehrschaos in Kathmandu

Vom Verkehrschaos, dem Lärm, dem Dreck und den heruntergekommenen Häusern geschockt, war ich äußerst gespannt, was mich erwarten würde. Die Fahrt zur Wohnung von meiner Gastfamilie verschaffte mir bereits einen ersten Eindruck. Durch die vielen Motorräder und uralten Autos, die sich massenhaft durch die Straßen zwängten, war die Luftverschmutzung extrem. 

Das Zuhause von meinen Gastgebern befand sich in dem Stadteil Syuchatar, Kalanki, einem Stadtteil von Kathmandu. Es war eine 4 Zimmer Wohnung, zweckmäßig aber wohnlich eingerichtet. Zwei Töchter im Teenageralter warteten bereits neugierig auf die Ankunft der Besucherin .Von meinem Gastgeber wusste ich bereits, dass er zuvor als Lehrer gearbeitet hatte und von seiner Frau erfuhr ich, dass sie die Rektorin einer Dorfschule sei, die sich unweit vom Chitwan Nationalpark befindet.

Seine Frau, Meethu, hatte schon ein typisch nepalesisches Essen für mich vorbereitet und alle waren gespannt darauf, ob ich in der Lage bin, ebenso wie sie, meine Finger zum essen zu benutzen statt mit Messer und Gabel. Sie waren überrascht, dass ich mich gar nicht so ungeschickt anstellte, wie sie es anfangs erwartet hatten. Das Essen war sehr schmackhaft, wenn auch für mich etwas ungewöhnlich

Dal Bhat, das Nationalgericht:

Reis, Linsensuppe, Gemüsecurry, eingelegtes Gemüse (Achar) und


Für den Nachmittag hatte Ghanshyam nach kurzer Verschnaufpause ein Ausflug zum buddhistischen Swayambhunath Tempel, auch als Affentempel bekannt, geplant, welcher sich etwa zwei Kilometer westlich von Kathmandu auf einem sagenumwobenen Berg befindet.

Der etwa 2600 Jahre alte Swayambunath Tempel thront auf einem Hügel über Kathmandu und bietet einen atemberaubenden Blick auf die Stadt. Umgeben von betenden Mönchen, farbenprächtigen Gebetsfahnen und lebhaften Affen, strahlt der Tempel eine spirituelle Ruhe aus. Besonders stimmungsvoll ist der Ort bei Sonnenauf- oder -untergang, wenn die goldene Stupa im Licht leuchtet.

Affenhorden, die nicht immer friedlich sind, findet man in der gesamten Tempelanlage . Mir war geraten worden, mich ihnen nicht zu sehr zu nähern. Auf der Suche nach Nahrung sind sie gelegentlich sehr angriffslustig und es kann auch schon einmal vorkommen, dass sie dem arglosen Besucher die Tasche rauben, in der Hoffnung, etwas Essbares darin zu finden.

Swayambunath Tempel https://www.diesehnsuchtnachderferne.blog/?p=699