Im Süden von Sri Lanka

Freitag, 24.04.2014

Gegen 10:40 Uhr landete ich mit SriLankan Airlines aus Trivandrum im Süden Indiens auf dem Flughafen Colombo Bandaranaike, etwa 35 Kilometer außerhalb der Hauptstadt. Nach mehreren Wochen in Indien war Sri Lanka für mich ein neues Kapitel der Reise – und wie so oft stellte sich gleich nach der Ankunft die Frage, ob alles wie geplant funktionieren würde.

Etwas unsicher war ich wegen der Visagebühr. Meine letzten Euros hatte ich bereits in Jaipur dem Reiseleiter gegeben, und außer einigen indischen Rupien hatte ich kein Bargeld mehr dabei. Glücklicherweise konnte ich die 30 Euro für das Visa on Arrival problemlos mit meiner Kreditkarte bezahlen.

Diese Situation erinnerte mich wieder daran, wie wichtig es auf Reisen ist, verschiedene Zahlungsmöglichkeiten dabeizuhaben. Während Kreditkarten vielerorts akzeptiert werden, ist Bargeld nach wie vor unverzichtbar. Reiseschecks, die früher fast jeder Fernreisende im Gepäck hatte, spielen heute dagegen kaum noch eine Rolle und werden vielerorts gar nicht mehr angenommen.


Nach den Einreiseformalitäten hob ich am Geldautomaten einige Sri-Lanka-Rupien ab, die ich für die Weiterfahrt nach Hikkaduwa benötigte. Dort hatte ich für die nächsten Tage ein kleines Hotel direkt am Meer gebucht.

Der Transfer sollte umgerechnet 52 Euro kosten. Nachdem mein Gepäck verstaut war und wir die ersten Kilometer zurückgelegt hatten, fragte mich der Fahrer, ob wir den Highway benutzen sollten. Die Strecke wäre deutlich schneller, allerdings gegen einen Aufpreis.

Davon hatte mir am Flughafen niemand etwas gesagt, und entsprechend wenig begeistert reagierte ich auf diesen Vorschlag. Warum sollte ich plötzlich mehr bezahlen als ursprünglich vereinbart? Also lehnte ich ab.

Der Fahrer versuchte jedoch, mich vom Gegenteil zu überzeugen. Die normale Strecke würde wesentlich länger dauern, erklärte er, und unterwegs gäbe es zahlreiche Baustellen. Trotzdem blieb ich zunächst bei meiner Entscheidung. Schließlich bot er an, die Maut selbst zu übernehmen. Es ging zwar nur um wenige Euro, aber aus Prinzip wollte ich mich nicht auf nachträgliche Preisänderungen einlassen.

Letztlich entschieden wir uns doch für den Highway – eine Entscheidung, die sich als richtig herausstellen sollte. Die Strecke nach Hikkaduwa beträgt immerhin rund 135 Kilometer, und schon bald waren entlang der Straßen zahlreiche Bauarbeiten zu sehen. Immer wieder mussten wir Abschnitte über normale Landstraßen zurücklegen, sodass die Fahrt auch so noch genügend Zeit in Anspruch nahm.

Gegen 15 Uhr erreichten wir schließlich mein Hotel. Der Fahrer tat mir fast ein wenig leid, denn während der gesamten Fahrt hatte er die Klimaanlage ausgeschaltet gelassen. Seit einigen Tagen kämpfte ich mit einer Kehlkopfentzündung und wollte jede unnötige Zugluft vermeiden.

Meine bisherigen Erfahrungen in Indien hatten mich gelehrt, dass eine stark heruntergekühlte Klimaanlage auf langen Fahrten nicht immer angenehm ist. Lieber nehme ich etwas Hitze und ein paar Schweißtropfen in Kauf statt mich tagelang mit einem Kehlkopfkatarrh herumzuplagen.

Das Hotel entsprach genau dem, was ich mir erhofft hatte. Es war klein und ruhig, lag direkt am Strand und verfügte über ein gemütliches Restaurant mit einer schönen Veranda vor meinem Zimmer. Da Nebensaison war, hielten sich nur wenige Gäste dort auf. Die entspannte Atmosphäre machte sofort deutlich, dass dies der ideale Ort sein würde, um nach den vielen Eindrücken der vergangenen Wochen etwas zur Ruhe zu kommen.

Als ich wenig später zum Strand hinunterging, bestätigte sich dieser Eindruck. Der Dodanduwa Beach wirkte nahezu menschenleer. Die Wellen rollten gemächlich an den Strand, einige Fischerboote lagen in der Ferne auf dem Wasser, und über allem lag eine wohltuende Gelassenheit. Nach den oft hektischen und lauten Städten Indiens fühlte sich dieser Ort wie ein kleiner Gegenpol an – genau das Richtige für die nächsten Tage.


Autor: Zahra Awada

Reisen bedeutet für mich Freiheit – die Möglichkeit, dem Alltäglichen zu entfliehen, meinen Horizont zu erweitern und mich lebendig zu fühlen. Unterwegs habe ich gelernt, offen für neue Erfahrungen und Begegnungen zu sein. Diese Offenheit hat mir geholfen, mich von Konventionen und Vorurteilen zu lösen und die Welt mit anderen Augen zu sehen. Jede neue Reise erfordert Mut: den Mut, sich auf Unbekanntes einzulassen, Neues auszuprobieren und mit Menschen in Kontakt zu treten. Gerade darin liegt für mich ihr besonderer Reiz. Die Erinnerungen an meine Reisen sind für mich von unschätzbarem Wert – sie bleiben lebendig und begleiten mich ein Leben lang. Nach vielen Jahren im medizinischen Bereich habe ich meinen Beruf aufgegeben. Seitdem genieße ich die Freiheit, das Leben bewusst zu erleben und die Erfahrungen der vergangenen Jahre mit Dankbarkeit zu betrachten.

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