Panauti – ein Ort der Stille

30. März 2014

Auf dem Rückweg von Balthali nach Kathmandu machten wir einen kurzen Zwischenstop in Panauti, einem kleinen, stillen Ort; eine einstmals historische Stadt, die ebenso wie Bhaktapur und Boudhanath eine bedeutsame Rolle im Handel zwischen Tibet und Indien spielte.

Während die weitläufigen Städte Bhaktapur, Patan und Kathmandu zu wirtschaftlichen und politischen Zentren geworden sind hat sich Panauti nie wirklich über die Ufer der Flüsse Punyamata und Roshi hinaus ausgedehnt. Daher blieb vieles seiner herausragenden Architektur und alten Kultur erhalten.

Als ich durch Panauti schlenderte, hatte ich , wie an anderen Orten auch, das Gefühl, dass die Zeit hier irgendwie langsamer vergeht. Die engen Gassen, die alten Backsteinhäuser und die kunstvoll geschnitzten Fenster wirkten, als würden sie leise Geschichten aus vergangenen Jahrhunderten erzählen.

Der Indreshwar-Tempel soll einer der ältesten Tempel Nepals sein; er befindet sich im südöstlichen Teil der Stadt und ist zum großen Teil im typischen Newari-Stil erbaut, der die drei Ebenen der Göttlichkeit darstellt

Die Ebenen zeigen die Gegenwart des Göttlichen im Himmeln und auf der Erde. Es ist eines der ältesten und besten Exemplare der traditionellen nepalesischen Tempelarchitektur . Der Tempel ist auf einem quadratischen Sockel mit dreistufigem Dach errichtet. Das oberste Dach und die Gipfel des Tempels sind aus vergoldetem Kupfer und die restlichen beiden unteren Dächer sind mit Terrakotta-Mini-Ziegeln bedeckt. Die Holzkunst an den Türen, Fenstern und Streben ist eine weitere wichtige Attraktion dieses Tempels.

Bevor es weiter nach Pokhara gehen sollte, hatte Ghanshyam mir vorgeschlagen, zwei Nächte in seinem Zuhause auszuruhen. Da Pokhara gut 200 km westlich von Kathmandu liegt, schloss ich mich seinem Vorschlag an, nach Pokhara zu fliegen und so suchten wir am nächsten Tag ein Reisebüro in Thamel auf, um den Flug zu buchen. Die Entscheidung, welche inländische Fluggesellschaft es für den Flug sein sollte, fiel auf Buddha Air, die als die sicherste galt. Der Flugpreis betrug 37 Euro, also erschwinglich; so ersparte ich mir etliche Stunden Fahrzeit mit dem Auto oder Bus.

Die freie Zeit nutzte ich, um einen Einkaufsbummel in dem Stadtteil Thamel. Es ist das bekannteste Touristenviertel Kathmandus und die Einkaufsmeile schlechthin. Hier bekommt man so ziemlich alles, was so typisch nepalesisch ist … angefangen von kunsthandwerklichen Produkten, Textilien, Schmuck, Antiquitäten und vieles mehr.


Nicht ganz ohne Eigeninteresse brachte mich Ghanshyam zu einer Boutique, in welcher farben-frohe Tücher und Decken aus lokal gewebtem Kaschmir angeboten wurden. Da ich sowieso ein paar Mitbringsel benötigte, kaufte ich denn auch gleich mehrere Paschmina Schals aus reiner, feinster Kaschmirwolle, die immer einen Abnehmer finden würden. Sie waren nicht ganz billig, aber mit Sicherheit konnte ich davon ausgehen, dass sie tatsächlich aus Kaschmirwolle hergestellt waren

Autor: Zahra Awada

Reisen bedeutet für mich Freiheit – die Möglichkeit, dem Alltäglichen zu entfliehen, meinen Horizont zu erweitern und mich lebendig zu fühlen. Unterwegs habe ich gelernt, offen für neue Erfahrungen und Begegnungen zu sein. Diese Offenheit hat mir geholfen, mich von Konventionen und Vorurteilen zu lösen und die Welt mit anderen Augen zu sehen. Jede neue Reise erfordert Mut: den Mut, sich auf Unbekanntes einzulassen, Neues auszuprobieren und mit Menschen in Kontakt zu treten. Gerade darin liegt für mich ihr besonderer Reiz. Die Erinnerungen an meine Reisen sind für mich von unschätzbarem Wert – sie bleiben lebendig und begleiten mich ein Leben lang. Nach vielen Jahren im medizinischen Bereich habe ich meinen Beruf aufgegeben. Seitdem genieße ich die Freiheit, das Leben bewusst zu erleben und die Erfahrungen der vergangenen Jahre mit Dankbarkeit zu betrachten.

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