Meine Reisepläne für Nepal

Ich hatte schon sämtliche Flüge gebucht, alles war bis ins kleinste Detail besprochen und durchorganisiert: Mitte März sollte die Reise beginnen, aber zuvor wollte ich noch einen ganzen Monat am Roten Meer, meiner zweiten Heimat, verbringen.

Nicht immer geht alles reibungslos

Es war ein typischer Januarmorgen, der Winter hatte Norddeutschland noch fest im Griff, d.h. es war naßkalt und über Nacht hatte es ein wenig Frost gegeben. Eine Woche vor meiner Abreise nach Ägypten wollte ich rasch noch einige Dinge erledigen, u.a. ein paar kleinere Besorgungen für die Reise machen. So schwang ich mich, nichtsahnend, dass die Straße überfroren und eisglatt sein könnte, auf mein Fahrrad. Ich war nur wenige Meter weit gekommen, als ich eine Kurve nehmend auf der Straße ausrutschte und zu Boden stürzte .

Für ein paar Minuten war ich wohl bewußtlos gewesen; Passanten hatten den Sturz beobachtet und den Rettungsdienst angerufen. Als ich wieder bei Bewusstsein war, fand ich mich im Rettungswagen wieder, ohne zu wissen warum. Der erste Gedanke,  als ich zu mir kam, galt meiner bevorstehende Reise. Meine größte Sorge war, ob ich sie überhaupt antreten könne,denn ein heftiger Schmerz durchzog meinen Schädel und meine linke Schulter. Als erfahrene Notärztin, ich war zuvor jahrelang im Rettungsdienst tätig gewesen, kam eine gewisse Routine zum Vorschein … ich betastete die Finger meiner linken Hand, stellte erleichtert fest, dass Motorik und Sensibilität in der Hand intakt waren, was nur bedeuten konnte, dass ich keine schwerwiegenden neurologischen Ausfälle zu haben schien. Trotz sich zwei mittlerweile zu hühnereigroßen entwickelten Blutergüssen am Kopf war ich also noch imstande, darüber zu sinnieren, dass es wohl nicht ganz so schlimm sein könne, da ich mir solche Gedanken machen konnte.

Tatsächlich war ich lediglich mit einer Schädelprellung verbunden mit einer leichten Gehirnerschütterung, Hüftprellung und einem unkomplizierten Schlüsselbeinbruch glimpflich davongekommen. So stand die Reisefähigkeit nicht mehr in Frage. Im Krankenhaus wurde ich mit einem Rucksackverband versehen und konnte noch am gleichen Tag nach Hause entlassen werden.

Mit ein paar Schmerztabletten im Handgepäck trat ich den ersten Teil meiner Reise, nämlich Ägypten, wenige Tage später im Januar 2014 an. Ein paar gute Freunde, die ebenso wie ich Ägypten als ihren zweiten Wohnsitz gewählt haben, halfen mir in den ersten Tagen beim Anlegen des Rucksackverbandes, den ich die nächsten 4 Wochen tragen sollte. Nach kurzer Zeit war ich wieder einigermassen fit, sodass meiner mehrwöchigen Reise nach Nepal im März 2014 nichts mehr im Wege stand.

Autor: Zahra Awada

Reisen bedeutet für mich Freiheit – die Möglichkeit, dem Alltäglichen zu entfliehen, meinen Horizont zu erweitern und mich lebendig zu fühlen. Unterwegs habe ich gelernt, offen für neue Erfahrungen und Begegnungen zu sein. Diese Offenheit hat mir geholfen, mich von Konventionen und Vorurteilen zu lösen und die Welt mit anderen Augen zu sehen. Jede neue Reise erfordert Mut: den Mut, sich auf Unbekanntes einzulassen, Neues auszuprobieren und mit Menschen in Kontakt zu treten. Gerade darin liegt für mich ihr besonderer Reiz. Die Erinnerungen an meine Reisen sind für mich von unschätzbarem Wert – sie bleiben lebendig und begleiten mich ein Leben lang. Nach vielen Jahren im medizinischen Bereich habe ich meinen Beruf aufgegeben. Seitdem genieße ich die Freiheit, das Leben bewusst zu erleben und die Erfahrungen der vergangenen Jahre mit Dankbarkeit zu betrachten.

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