Schon früh am Morgen brachen wir zu unserem nächsten Ziel auf. Gegen 6:30 Uhr brachte uns der Zug von Jodhpur nach Udaipur Harshita hatte bereits unsere nächste Unterkunft gebucht, sodass wir uns darum nicht mehr kümmern mussten. Die rund zehnstündigeFahrt wurde selbst zu einem kleinen Erlebnis: Nach und nach wich die karge Landschaft der Thar-Wüste sanften Hügeln, grünen Feldern und den ersten schimmernden Wasserflächen, die die Nähe Udaipurs ankündigten.
Nach unserer Ankunft bezogen wir unsere Zimmer im Narayan Niwas Haveli, einem traditions-reichen Gästehaus. Mit seinen filigranen Schnitzereien, kleinen Innenhöfen und dem Blick auf den See spiegelte es den besonderen Charme der alten Residenzstadt wider.

Gegen Nachmittag machten wir uns auf den Weg durch die Altstadt. In den schmalen Gassen reihten sich kleine Geschäfte und Werkstätten aneinander, in denen Kunsthandwerker ihre Waren anboten. Der Duft von Gewürzen lag in der Luft, Händler priesen ihre Textilien, Schmuckstücke und Lederwaren an, und zwischen Kühen, Motorrollern und spielenden Kindern entfaltete sich das lebendige Alltagsleben Udaipurs.


Am Ufer des Pichola-Sees liegt das historische Bagore Ki Haveli, das heute nicht nur als Museum dient, sondern sich allabendlich in eine Bühne für die farbenfrohe Kultur Rajasthans verwandelt. Wir waren rechtzeitig am Ticketschalter und konnten uns noch Karten für die abendliche Dharohar-Tanzshow sichern.


Tänze und Musik gaben uns einen Einblick in die Tradition der Region. Zu den Klängen traditioneller Instrumente wirbelten die Tänzerinnen in ihren leuchtenden Gewändern über die Bühne, während verschiedene Volkstänze und Darbietungen die kulturelle Vielfalt der Region lebendig werden ließen.



Am Abend ließen wir uns in einem der zahlreichen Restaurants rund um den See eine typisches Rajasthani- Mahlzeit schmecken – eine Art Fladenbrot (Kulcha),gefüllt mit Spinat und dazu einer Tasse Indian Chai . So liess sich gut die allmählich nachlassende Hitze ertragen.
Während die Stadtlichter sich in der Dunkelheit des Sees brachen und eine stille, sanfte Ruhe über ihn lag, verstand ich, was für viele Besucher Udaipur so besonders macht. Allerding war diese Stadt für mich weniger „romantisch“ wie sie oft beschrieben wird sondern sie war mehr voller Atmosphäre und Schönheit – ein Ort, zu dem ich sehr gern noch einmal zurückkehren möchte.