27/28. März 2014
Von Dhulikhel aus sind wir weiter südlich nach Balthali gefahren. Dort hatte Ghanshyam bereits Zimmer für 2 Nächte reservieren lassen. Der Ort selbst liegt auf ca. 1600 m Höhe und man kann, klare Sicht vorausgesetzt, einen grossen Teil der Gebirgskette des Himalaya nach dem Sonnenaufgang erkennen.
Am nächsten Morgen ging es vom Langtang View Resort mit einem Jeep auf 2500 m Höhe zu den Bergdörfern. Die Fahrt war mehr als abenteuerlich; die gesamte Strecke schlängelte sich der Jeep durch enge Serpentinen den Berg hinauf und so einige Male schien mir, als ob der Jeep die Steigung nicht mehr schaffen könnte. Am Hotel heile angekommen wurde ich mit einem traumhaften Blick auf die Gebirgskette belohnt … Die Übernachtung schlug zwar mit 80 US $ pro Nacht pro Zimmer zu Buche, was nicht ganz preiswert war aber dafür bekam ich einen herrlichen Ausblick auf die wunderschöne Berglandschaft und die tolle Bewirtung im Resort war es auch wert.






Sicht auf Balthali und Umgebung
Ländliche Idylle
Das Dorf wird von den Tamang bewohnt, einer indigenen ethnischen Gruppe in Nepal. Sie sind eine Tibeto-Burman-Gruppe, die meistenvon ihnen sind Buddhisten. Das Wort “Tamang” bedeutet eigentlich “Pferdehändler” aber das war wohl wesentlich früher die hauptsächliche Einkommensquelle, jetzt prägt mehr Landwirtschaft und Viehzucht die Gegend . Die Menschen sind äußerst gastfreundlich
Von unserem Resort aus besuchten wir ein benachbartes Dorf , von dem es heisst, dass es einst ein Hotspot für Maoisten gewesen sein soll. In einem der Privathäuser war es möglich, einen Imbiss zu bekommen und so bekam ich auch gleich einen Einblick in das ländliche Leben. Es öffnete sich mir eine Welt, in der die Zeit scheinbar stillgestanden ist, und die Menschen mit sehr wenig wirklich zufrieden zu sein scheinen .
Im Dorfleben in Nepal geht es nicht um „mehr, größer und besser“. Worauf es hier ankommt sind die starken familiären Bindungen, die Möglichkeiten der Selbstversorgung, die Aufrechterhaltung von Traditionen und das Leben in ” diesem Moment”. Dieses eigenartige Gefühl, meiner europäischen Welt völlig entrückt zu sein, hatte ich schon einmal sehr intensiv auf einer meiner ersten Reisen nach Asien erlebt. Hier wurde mir wieder einmal sehr bewußt, dass der Mensch eigentlich nicht viel zum Leben braucht, um zufrieden zu sein.