Nachdem wir der Ortschaft Nagarkot nur einen kurzen Besuch wegen schlechter Sicht abgestattet hatten, machten wir uns mit dem Taxi auf den Weg nach Dhulikhel, einem benachbartene Ort im östlichen Kathmandu-Tal.
Die Fahrt dauerte nur knapp eine Stunde; es bot sich mir ein phantastischer Panoramablick auf Langtang Himal, Ganesh Himal, Manaslu einschließlich Annapurna Range.


Nagarkot und Dhulikhel sind beliebte Ausflugsziele im Kathmandu-Tal. Dörfer, eingebettet in Reisterrassen, atemberaubende Landschaften auf grünen Hügeln zogen an uns vorbei bevor wir die Bergstation von Dhulikhel und unser nächstes Quartier, das Langtang View Hotel in Nagarkot erreichten. Die Sicht auf die verschiedenen Gipfel des Himalayagebirges war wegen des Dunstes zwar erheblich eingeschränkt, aber dennoch bot sich und eine atemberaubende Aussicht.



Ausblick auf den Himalaya
Nach einem kleinen Imbiss und Spaziergang rund um das Hotel wanderten wir hinunter zur Ortsmitte von Dhulikhel, um in das Alltagsleben der ortsansässigen Nepalesen einzutauchen.
Das mittelalterliche Stadtzentrum von Dhulikhel befindet sich am südlichen Ende der modernen Stadt und hat sich noch etwas von seiner typischen Newari Atmosphäre bewahrt. Es ist allerdings eine Frage der Zeit, wann auch hier Heerscharen von Touristen diese beschauliche Idylle über-rennen, denn es ist der Bau einer Schnellstraße geplant, die Kathmandu mit den Ortschaften im östlichen Terai-Gebiet verbinden wird.
Die gepflasterten Straßen sind gesäumt von traditionellen Newari-Häusern mit Ziegeldächern und geschnitzten Fensterrahmen. Alte Männer versammeln sich in Patis (eine Art Rasthaus), um sich zu unterhalten, während Frauen sich damit beschäftigen, ihre Chilis und Weizen in der Hitze in Sukuls (Körbe oder Matten aus Heu) zu trocknen.
Auf dem Rückweg zu unserer Unterkunft kamen wir an üppig wachsenden Rhododendron Bäumen vorbei, die ich in dieser Größe von Deutschland her nicht kannte. Es ist die National-blume von Nepal, deren Blüten nicht nur als Tischdekoration Verwendung finden sondern sich hervorragend als Dekoration auf Desserts eignen und dazu obendrein noch essbar sein sollen.

Ghanshyam liess es sich nicht nehmen, mich mit einem kleinen Rhododendronzweig zu “dekorieren” – so kam dieses Bild zustande.
Zum Abschluss unserer Tour machten wir am nächsten Morgen eine Wanderung zum Namobuddha-Kloster, das nur wenige Minuten von Dhulikhel entfernt ist. Auch um diesen Ort rankt sich eine Legende und zwar soll Buddha in einem früheren Leben seinen Körper einer hungernden Tigerin geopfert haben.
Mythen und Legenden spielen eine wichtige Rolle in der hinduistisch- buddhistisch geprägten Kultur Nepals und dies ist besonders an Orten wie Dhulikhel erfahrbar.
In der Weite um Dhulikhel scheint die Natur selbst zur Erzählerin zu werden. Die Hügel, die sich sanft bis zum Horizont ziehen, und die fernen Gipfel des Himalaya tragen eine stille Präsenz in sich, die sich kaum in Worte fassen lässt.
In Nepal sind Mythen und Legenden nicht nur Geschichten vergangener Zeiten – sie leben in der Landschaft weiter. Jeder Berg, jeder Baum, jeder Windhauch scheint Teil einer größeren, unsichtbaren Ordnung zu sein.
Ohne dass man die alten Erzählungen im Detail kennen muss, entsteht das Gefühl, dass dieser Ort mehr ist als nur ein schöner Aussichtspunkt. Es ist, als ob sich hier Natur und Spiritualität berühren – leise, unaufdringlich und doch tief spürbar.












