Kathmandu im März 2014
Das Tal war schon 800 v. Chr. bis 300 n. Chr. unter der Herrschaft der Kirati (wahrscheinlich ein Bergvolk aus Ost-Nepal) ein blühendes Handelszentrum.
Um 300 n. Chr. fiel die Macht in die Hände der aus Indien stammenden Licchavi-Dynastie, die den Hinduismus und das Kastenwesen mitbrachten. Etwa 1000 Jahre später geriet das gesamte Tal
unter die Herrschaft der Newaren– dem Begründer der heute noch verehrten Malla-Dynastie. Drei Generationen später wird das Reich unter drei Brüdern und einer Schwester aufgeteilt, jeweils mit den Hauptstädten Kantipur, Lalitpur, Bhaktapur und dem östlich an das Kathmandutal angrenzende Banepa.
In allen drei Städten entstanden, hauptsächlich von Newar-Künstlern, Tempelbezirke mit prächtigen Pagoden und Palästen. Der Wohlstand der Stadt beruhte auf dem blühenden Handel und den Zolleinnahmen.
Der Name Kathmandu, früher bekannt als Kantipur, leitet sich von Kasthamandap ab, einem Rasthaus, das aus dem Holz eines einzelnen Baumes errichtet wurde.

Der Königspalast, der seit dem 14. Jahrhundert den Königen als Residenz dient, liegt zwischen dem Durbar Square und dem Basantapur Square. Bevor 1933 ein Erdbeben große Teile zerstörte, umfasste der Palastbezirk über dreißig Innenhöfe (chowks).
Heute befinden sich nicht mehr ganz so viele Innenhöfe hinter den Palastmauern. Das Innere wird durch das prächtig vergoldete Hanuman Dhoka Portal betreten, das nach dem hinduistischen Affengott Hanuman benannt wurde.



li: Eingang Hanuman Dhoka Palast Mitte: Hanuman, der Affengott re: Kathmandu Durbar Square
Kathmandu wirkte auf mich wie ein lebendiges Labyrinth aus engen Gassen, jahrhundertealten Tempeln und bunten Märkten. Überall spürt man religiöse Rituale, Straßenverkäufer bieten ihre Waren feil. Hier funktioniert noch das Zusammenspiel von Tradition und Alltagsleben und ich stellte mir vor, wie es im Mittelalter gewesen sein mag.
Die Altstadt ist geprägt von hinduistischen Tempeln, insbesondere am Durbar Square; weitere wichtige religiöse Bauwerke und Heiligtümer finden sich in den äußeren Bezirken der Stadt: Pashupatinath, sowie buddhistische Stupas und Heiligtümer in Boudhanath und Swayambhunath Tempel Komplex.
Trotz der extrem hohe Bebauungsdichte verfügtdie Altstadt aber noch über die ursprüngliche Blockstruktur mit der für sie typischen Innenhofbebauung mit den sogenannten Bahals.
Eines der bekanntesten ist das von der “lebenden Göttin Kumari” das Kumari Bahal.

Der Kult um Kumari Devi ist ein einzigartiger hinduistischer Brauch, der vor allem in Nepal und Teilen des angrenzenden Indiens gepflegt wird. In dessen Mittelpunkt steht die Verehrung eines vorpubertären Mädchens als lebende Göttin und Manifestation der göttlichen weiblichen Energie, Shakti. Es handelt sich hierbei um den weiblichen Aspekt des geschlechtslosen, formlosen absoluten Gottes Brahma.
Die ruhigen, großen Bahals sind in der Regel nur durch schmale, niedrige und unscheinbare Zugänge zu erreichen und bilden einen starken Kontrast zum dichten Gedränge und Lärm in den Gassen.



Indra Chowk ist einer der lebendigsten und historisch bedeutendsten Marktplätze Kathmandus. Es ist ein Schmelztiegel aus Kultur, Handel und Tradition. Mitten im Herzen der Hauptstadt gelegen, ist dieser geschäftige Knotenpunkt seit langer Zeit ein zentraler Ort für Handel, religiöse Feste und gesellschaftliche Zusammenkünfte.
Die Bausubstanz der Wohngebäude, in der Altstadt vielfach im newarischen Baustil mit kunstvoll geschnitzten Fenstern versehen, ist meist sehr schlecht und vom Verfall bedroht. Verfallene oder abgerissene Häuser werden, wie im ganzen Lande, wie so vielerorts auch, durch Einfachst-Betonbauten ersetzt. Diese Entwicklung schreitet leider schnell voran. Somit ist zu erwarten, dass es das ursprüngliche Kathmandu in wenigen Jahren nicht mehr geben wird.




Dharahara auch Bhimsen Tower genannt, ist ein neunstöckiger Turm (61,88 m hoch) im Zentrum von Sundhara, Kathmandu.
Die 213 Stufen führen hinauf zum Balkon des 8. Stockwerk, von dem aus Kathmandu in alle Himmelsrichtungen überblickt werden kann. Der Original Bhimsen Turm war 1824 erbaut worden und umfasste ursprünglich 11 Stockwerke, fiel aber einem Erdbeben zum Opfer. Der zweite Bhimsen Turm, den wir heute besichtigen können, war 1832 für die Nichte vom Premierminister Nepals, Bhimsen Thapa gebaut worden und diente dem Militär als Wachtturm. Architektonisch gesehen hat der Turm ein minarettartiges Aussehen, was den mogulischen Einfluss in der Architektur erahnen lässt.
Patan – die “Schwesterstadt” von Kathmandu
Die alte Stadt Patan, 5 km südöstlich von Kathmandu gelegen, gilt als Stadt der “Schönen Künste”.
Der Überlieferung zufolge ist die Stadt die älteste im Kathmandu Tal; sie liegt am Südufer des Bagmati Flusses und bildet mit Kathmandu eine Doppelstadt. Sie ist ca. 2300 Jahre alt und galt vor mehr 1000 Jahren mit rund 100.000 Einwohnern als die zehntgrösste Stadt der Welt.


Der im 17. Jahrhundert erbaute Krishna Tempel besitzt eine beherrschende Rolle innerhalb des Tempelbezirkes.
Krishna Mandir
Am bemerkenswertesten sind die Steinschnitzereien entlang des Balkens über der Säule im ersten und zweiten Stock. Die Säulenschnitzereien im ersten Stock erzählen die Ereignisse des Mahabharata, während im zweiten Stock visuelle Schnitzereien aus dem Ramayana zu sehen sind. Es wird vermutet, dass er das erste im Shikhara Stil, was im Sanskrit: Berggipfel bedeutet, erbaute Bauwerk Nepals ist und dies der einzige Tempel der Landes ist, der eine aus Stein errichtete Turmspitze enthält.







