Weiter geht es nach Puschkar – Die Heilige Stadt

11. September 2017

Der heutige Tag sollte uns in die “Heilige Stadt” bringen, wo sich rund um das Jahr Tausende von Pilgern einfinden, um sich im See von Sünden frei zu waschen . Puschkar ist im Hinduismus ein besonders bedeutender Pilgerort, da dort einer der wenigen Brahma-Tempel der Welt steht.

Bedeutung des Brahmanentums im Hinduismus

Brahma ist der erste Gott im hinduistischen Triumvirat oder Trimurti. Das Triumvirat besteht aus drei Göttern, die für die Entstehung, Erhaltung und Zerstörung der Welt verantwortlich sind. Brahmas Aufgabe war die Schaffung der Welt und aller Kreaturen während Vishnu als Bewahrer des Universums gilt und Shiva ´s Rolle die des Zerstörers und Neuerschaffenden ist.

Brahma ist heute der am wenigsten verehrte Gott im Hinduismus. Es gibt nur zwei Tempel in ganz Indien, die ihm gewidmet sind, verglichen mit den vielen Tausenden, die den anderen beiden Gottheiten gewidmet sind.

Am frühen Morgen um 5 Uhr wurden wir mit Tuk-Tuks vom Hotel abgeholt und zum Bahnhof von Udaipur gebracht, der gut eine halbe Stunde außerhalb der Stadt liegt. Von hier aus ging es in einer sechsstündigen Fahrt mit einem sehr komfortablen Zug Richtung Ajmer, wo wir in ein Taxi umstiegen, dass uns zu unserem Hotel in Puschkar brachte.

Bereits am Vorabend hatte ich mir im Restaurant, in dem wir gemeinsam zu Abend gegessen hatten, ein Sandwich als Reiseproviant zubereiten lassen. Ich ahnte, dass sich unterwegs so schnell keine Gelegenheit ergeben würde, etwas zu essen zu kaufen.

Inzwischen war ich mit den anderen Teilnehmern der Reisegruppe etwas vertrauter geworden und fühlte mich längst nicht mehr so isoliert wie zu Beginn der Reise. Einen entscheidenden Anteil daran hatte Chewie, eine junge Malaysierin. Sie erklärte mir, warum sich der Rest der Gruppe mir gegenüber oft so distanziert verhielt. Zunächst hatte ich den Altersunterschied dafür verantwortlich gemacht – schließlich lagen rund vierzig Jahre zwischen den meisten Mitreisenden und mir. Doch das war nicht der eigentliche Grund.

Chewie erzählte mir, dass einige der anderen mich für arrogant hielten, weil ich mich kaum an ihren Gesprächen beteiligte. Tatsächlich lag es jedoch daran, dass ich große Schwierigkeiten hatte, ihren australischen Dialekt zu verstehen. Den lebhaften Unterhaltungen konnte ich oft nicht folgen, sodass ich meist schwieg. Erst als Chewie den anderen erklärte, dass mein Schweigen nichts mit Überheblichkeit zu tun hatte, sondern schlicht mit Verständigungsproblemen, änderte sich die Stimmung. Von da an kamen wir uns nach und nach näher.

In Pushkar angekommen, fuhren wir direkt zu unserem Hotel New Park, das etwas außerhalb der kleinen Stadt liegt um uns ein wenig frisch zu machen bevor uns Harshita durch Puschkar führte und uns die wichtigsten Sehenswürdigkeiten zeigte: den berühmten Brahma-Tempel, sowie den Basar, der sich wie ein lebendiges Band durch die ganze Stadt zieht. Entlang der Hauptstraße reihten sich Souvenirläden, kleine Garküchen und zahlreiche Geschäfte aneinander.

In den Abendstunden füllen sich die indischen Basare mit Menschen – Männer, Frauen, Familien mit ihren Kindern. Erst wenn die Sonne untergegangen ist, erträgt man die allmählich nachlassende Hitze und kann so seine Einkäufe für den alltäglichen Bedarf tätigen.

Die Innenstadt war schnell erkundet und allmählich verspürten wir auch Hunger – wir kehrten in einem der zahlreichen Restaurants ein, die sich rund um den Basar befinden. Von der Dachterrasse des Raju Terrace Garden Restaurant hatten wir einen phantastischen Blick auf den Puschkar See wie auch auf das gegenüber liegende Aravalli Gebirge und den Gurudwara Tempel.

Für den nächsten Morgen war der Aufstieg zum Savitri-Tempel geplant, der auf einem der Hügel oberhalb der Stadt liegt und einen schönen Blick auf den Sonnenaufgang bieten soll. Ich entschied mich jedoch dagegen. Laut Reiseführer war der Aufstieg recht beschwerlich und der Ausblick den Aufwand nicht unbedingt wert.

Autor: Zahra Awada

Reisen bedeutet für mich Freiheit – die Möglichkeit, dem Alltäglichen zu entfliehen, meinen Horizont zu erweitern und mich lebendig zu fühlen. Unterwegs habe ich gelernt, offen für neue Erfahrungen und Begegnungen zu sein. Diese Offenheit hat mir geholfen, mich von Konventionen und Vorurteilen zu lösen und die Welt mit anderen Augen zu sehen. Jede neue Reise erfordert Mut: den Mut, sich auf Unbekanntes einzulassen, Neues auszuprobieren und mit Menschen in Kontakt zu treten. Gerade darin liegt für mich ihr besonderer Reiz. Die Erinnerungen an meine Reisen sind für mich von unschätzbarem Wert – sie bleiben lebendig und begleiten mich ein Leben lang. Nach vielen Jahren im medizinischen Bereich habe ich meinen Beruf aufgegeben. Seitdem genieße ich die Freiheit, das Leben bewusst zu erleben und die Erfahrungen der vergangenen Jahre mit Dankbarkeit zu betrachten.

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