Zwei Heiligtümer im Kathmandu-Tal
20.März 2014
Mit dem Taxi fuhren wir zu dem Tempel, der sich ca. 3 km nordwestlich von Kathmandu befindet. Er gehört zu den zwei heiligsten Tempelstätten Nepals .Die heilige Stätte am Ufer des Bagmati-Flusses beeindruckt durch ihre prächtige Pagodenarchitektur, die spirituelle Atmosphäre und die zahlreichen rituellen Zeremonien, die hier täglich stattfinden. Pashupathinath ist nicht nur ein religiöses Zentrum, sondern auch ein kulturelles Symbol Nepals.
Er ist weit jenseits des Kathmandu-Tals bekannt, in welchem die Gottheit Shiva als der Zerstörer und auch als der Herr des Lebens verehrt wird. Das große Gebiet von Pashupathinath ist für Touristen nur teilweise zugänglich. Der Tempelhof und der Tempel selbst sowie die Arya Ghats dürfen nur von Hindus betreten werden. Hier, am Bagmati Fluss, wird eines der faszinierendsten Rituale zelebriert – das Aarti Ritual.
Aarti Ritual https://www.youtube.com/watch?v=L0tljL4z6uQ
Der Bagmati hat eine große Bedeutung im Hinduismus. Es wird angenommen, dass ein heiliges Bad in diesem Fluss die Sünden wegwaschen kann. Aarti ist ein Ritual der Anbetung, bei dem den Göttern Licht in Form von getränkten Dochten mit Ghee angeboten wird. Priester führen die Aarti auf, indem sie Öllampen in kreisförmigen Bewegungen um sich drehen und ihre Handlung dabei dem Göttlichen widmen. Bhajan, Lieder mit religiösem Thema, werden von Anhängern während der Aarti gesungen und schaffen eine besondere Atmosphäre.
Am dem Tempel gegenüberliegenden Ufer durfte ich die Zeremonie einer Verbrennung erleben – was zunächst erst einmal ein gewisses Unbehagen bei mir auslöste. Für Hindus gilt es als erstrebenswert in Pashupatinath verbrannt zu werden. Am linken Ufer des Bagmati Flusses liegen die Verbrennungsstätten. Auch im Tod ist das Kastenwesen noch gegenwärtig – so sind die Arya Ghats Verbrennungsstätten der höheren Kasten vorbehalten und die Surya Ghats sind die Verbrennungsstätten für die niederen Kasten.






Bagmati Fluss – in dem die Sünden des irdischen Lebens weggewaschen werden
Aus hinduistischer Sicht ist es nur die körperliche Hülle, die verbrannt wird, nicht hingegen die Seele selbst- sie existiert weiter. Diese steigt in den Himmel auf, schlüpft in einen neuen Körper und beginnt abermals den Weg durch das Leben. Tod und Wiederkehr – das ist der Kreislauf, der ewig anhält und für den Shiva wie kein anderer Hindugott steht. Hindus kennen keinen Anfang, und sie kennen kein Ende, für sie gibt es nur das Rad einer beständigen Wiederkehr.
Hier, inmitten der rituellen Zeremonien, wird der Kreislauf des Lebens und Sterbens sichtbar. Als westlicher Besucher empfand ich eine Mischung aus Ehrfurcht und Nachdenklichkeit. Diese Zeremonien sind nicht nur ein Teil des kulturellen Erbes Nepals, sondern sie laden auch dazu ein, über den eigenen Umgang mit dem Tod und die Bedeutung des Lebens nachzudenken.