April 2014
Ein indischer Freund aus Cochin, Kerala, hatte durch einen Freund seinerseits, der eine Reiseagentur leitet, die Rundreise durch Südindien organisieren lassen. Obwohl ich auch jenen indischen Freund nicht persönlich kannte, vertraute ich ihm ganz und gar und fühlte mich gut beraten.
Am 12. April 2014 trat ich dann meine Reise nach Kerala an. Der Flug mit Indigo von Jaipur nach Trivandrum dauerte insgesamt 9 Stunden, mit 2 Zwischenstopps, einem in Ahmedabad und in Chennai, wo ich einen Aufenthalt von gut 3 Stunden hatte.
Gleich nach meiner Ankunft auf dem Flughafen von Trivandrum kontaktierte mich der Manager der Reiseagentur, um sich zu erkundigen, ob ich gut angekommen sei und teilte mir mit , dass ein Fahrer bereits auf mich warte, der in den nächsten 7 Tagen mir zur Verfügung stände.
Er gab mir noch ein paar wertvolle Tips für meinen Aufenthalt und äusserte den Wunsch, dass auch er mich gerne persönlich am Ende der Rundreise, ebenso wie Sunil, den ich ja nur vom Internet her kannte, kennenlernen möchte. Ich war sehr erfreut über die Fürsorge und fühlte mich in wirklich guten Händen.

Der mir zugeteilte Fahrer, der auch zugleich mein Reisebegleiter war, holte mich vom Flughafen ab und brachte mich auf direktem Wege nach Kovalam zu meinem Hotel. Es war mittlerweile schon Abend geworden und somit war auch nichts weiteres mehr geplant. Der Fahrer war nicht sehr gesprächig; sein Hinglisch, wie indisch gesprochenes Englisch auch genannt wird, war nicht sonderlich gut zu verstehen. Ich war meinerseits aber auch nicht mehr wirklich aufnahmefähig für irgendwelche Informationen und war froh, als ich im Hotel ankam.
Früh am nächsten Morgen unternahm ich erst einmal einen kleinen Spaziergang durch die großzügige Gartenanlage des Hotels, Trivandrum Heritage, dass nur wenige Minuten vom Flughafen in der kleinen Stadt Kovalam, entfernt liegt. Viel Zeit zum Geniessen blieb leider nicht, denn bereits um 9:00 wollte mich Robin, mein Reisebegleiter, für unseren Tagesausflug abholen.



Im Laufe der Zeit gewöhnte ich mich an die eigenartige Aussprache, dem sogenannten Indenglish und verstand ihn zunehmend besser. Im Gegensatz zu meinem Reiseleiter von Nordindien, der sehr gesprächig und wissbegierig war, gewann ich bei meinem neuen Begleiter, Robin, den Eindruck, dass er voll und ganz ausschliesslich seine Aufgabe darin sah, mich mit Informationen über die jeweiligen Sehenswürdigkeiten zu versorgen, was ja auch vollkommen in Ordnung war.
Ein kleiner Ausflug in die Geschichte
Kerala, ein Bundesstaat im Südwesten Indiens an der Malabar-Küste, mit über 33 Millionen Einwohnern der zwölftgrößte Bundesstaat, war berühmt geworden für seine Vielfalt an exotischen Gewürzen, die in Europa immer begehrter geworden waren. Nach der Entdeckung des Seeweges nach Indien (1498) durch Vasco da Gama, einem portugiesischen Seefahrer, der vom portu-giesischen König Manuel beauftragt war, wegen der hohen Zölle des Osmanischen Reiches einen Weg nach Indien zu finden, entwickelte sich in dem südlichwestlichen Teil Indiens ein lebhafter Handel.
Da die Küstenstädte über Häfen verfügten, die für europäische Missionare ebenso wie Entdecker leicht zugänglich waren, zog es somit auch viele portugiesische Händler nach Indien, die damit den Weg im 15. Jahrhundert für die westliche Kolonialisierung ganz Indiens ebneten. Aus Indien kamen hingege diverse Handelsgüter, vorwiegend Gewürze, nach Portugal: Pfeffer, das teuerste Gewürz im Mittelalter (in Lissabon brachte Pfeffer einen Gewinn von 500 Prozent; Ingwer, Gewürznelken, Muskat, Kardamom Kurkuma sind heute aus der europäischen Küche nicht mehr wegzudenken.
Viele andere Dinge erinnern heutzutage immer noch an jene Zeiten. Die portugiesische Herrschaft hat deutliche Spuren hinterlassen. Das zeigt sich nicht nur in dem für indische Verhältnisse hohen Anteil katholischer Christen an der Bevölkerung. Die Sprache der Bewohner, das Konkani, hat viele portugiesische Ausdrücke aufgenommen. Vor allem in den Städten Goas, z.B. in der Hauptstadt Panaji und in Velha Goa, sind noch viele charakteristische Bauten aus der Kolonialzeit erhalten.
Als Folge der portugiesischen Herrschaft über einige Jahrhunderte ist auch bemerkenswert, dass Kerala die niedrigste Bevölkerungswachstumsrate sowie eine Alphabetisierungsrate von 95,5% hat, dazu gehört auch dass es ein Bundesstaat mit der höchsten Lebenserwartungsrate ( 77 Jahre) ist. Korruption ist hier am wenigsten verbreitet, ganz im Gegensatz zu allen anderen Bundes-staaten Indiens.
Das Hotel Travancor Heritage Resort in Kovalam, in dem ich untergebracht war, ist eine sehr schöne Hotelanlage mit vielen kleinen Bungalows, die sich weitläufig über einen großen, sehr schön gestalteten Garten verteilten. Von meinem Zimmer aus hatte ich direkten Blick auf das Arabische Meer; der kleine Balkon lud zum Verweilen ein und die gut ausgestattete Kaffeebar war auch nicht zu verachten.




13. April 2014
Für den heutigen Tag war nur ein kleines Ausflugsprogramm geplant, u.a. der Besuch einer Bildergalerie, ein Museumsbesuch sowie der Sri Padmanabhashwamy Tempel.



Den Rest des Tages hatte ich für mich, was mir ganz recht war, denn die vielen Stunden im Flugzeug einschließlich der langen Wartezeiten zwischen den Anschlussflügen hatten mich ein wenig angestrengt.
Schon am frühen Morgen hatte ich mich nicht mehr ganz wohlgefühlt. Mir lag das Abendessen vom Tag zuvor noch mächtig im Magen … deshalb entschied ich mich, für den Rest des Tages nur noch Papaya zu verzehren, die für ihre verdauungsfördernden Eigenschaften bekannt ist. So verbrachte ich meinen Nachmittag und Abendstunden mit Papaya und grünem Tee gemütlich auf meinem Balkon und genoss es zuzusehen, wie allmählich die Sonne im Meer versank.


Auch am nächsten Tag hatte ich noch ein unangenehmens Völlegefühl. Ich verspürte absolut keinen Hunger und erst recht keinen Appetit auf das Frühstück. Auf dem Weg nach Alupuzzha zu den Backwaters besorgte mir Robin, mein Reiseleiter, nochmals eine kiloschwere Papaya, die mir als Ersatz fürs Frühstück gerade recht war …

Eine reife Papaya mit ein wenig Zitronensaft beträufelt ist nicht nur verdauungsfördernd sondern schmeckt dazu auch noch sehr gut. Sie enthält mehr Vitamin C als Orangen und durch den hohen Anteil an Beta-Carotin trägt die Frucht zur Reduzierung von schädlichen freien Radikalen bei – es war also eine gute Wahl, meinen heutigen Tag gut zu überstehen